Folgen des Brexits: Was von Brexit übrig blieb
Vor zehn Jahren stimmten die Briten für den EU-Austritt. Sie wollten mehr Fisch, weniger Einwanderung, vor allem Souveränität. Manche Versprechen wurden sogar eingelöst.
Die Bilanz nach dem Brexit: Warnungen und Versprechen im Rückblick. Trotz Prognosen von Rezession und Jobverlusten wuchs die britische Wirtschaft langsam weiter. Das Bruttoinlandsprodukt liegt heute knapp 13 Prozent höher als vor zehn Jahren, ohne Brexit wäre es noch höher. Neue Arbeitsplätze entstanden vor allem durch Zuwanderung, Freihandelsabkommen sind rar. Der Wertverfall des Pfunds schmälert die Kaufkraft, auch im Gesundheitssystem fehlt es an Geld. Die Einwanderung ist gesunken, die Fischerei brachte nicht die erhoffte Souveränität, und die Bürokratie hat zugenommen. Trotzdem sehnen sich viele Briten heute nach einer Rückkehr in die EU.
Die Zukunft vorherzusagen, war schon immer eine heikle Angelegenheit. Auch im Frühjahr 2016 wusste niemand genau, was sich für die Briten ändern würde, sollten sie für einen Austritt aus der Europäischen Union stimmen. Die Versprechen aber waren sehr konkret. Genauso wie die Warnungen. Häufig widersprachen sie sich gegenseitig. Eine unmittelbare Rezession wurde genauso vorhergesagt wie eine aufblühende Wirtschaft, weniger Jobs, mehr Jobs, weniger Bürokratie, mehr Bürokratie. Und die Briten mussten entscheiden, welcher Vorhersage sie Glauben schenkten.
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