G7-Gipfel: Die letzte Phase der Trauer ist Akzeptanz
Staatengipfel dienten mal der Verständigung, zuletzt ging es eher um die Betreuung amerikanischer Präsidenten. In den Bildern aus Évian zeigt sich aber etwas ganz Neues.
Internationale Gipfeltreffen sind nicht nur politisch, sondern auch inszenatorisch bedeutend. Beim G7-Treffen in Évian-les-Bains wurden politische Beziehungen durch Musik und Gesten betont. Die Bilder zeigen eine zerrüttete transatlantische Familie, die das traditionelle Verhältnis zu den USA akzeptiert hat. Die Europäer sind in der Akzeptanzphase angekommen, während Trump weiterhin mit provokativem Verhalten auffällt. Die Strategie gegenüber Trump lautet: durchhalten und nicht auf Provokationen eingehen. Das G7-Treffen markiert möglicherweise einen neuen Typ westlicher Gipfel, da die alten Dynamiken mit Trump nicht mehr funktionieren.
Natürlich produzieren internationale Gipfeltreffen immer auch, vielleicht sogar vor allem: Bilder. Und natürlich können diese Bilder, sorgsam inszeniert, stets auch Zeichen der Hoffnung sein. Da spricht Giorgia Meloni beim G7-Treffen in Évian-les-Bains ernst, aber angeregt mit Ursula von der Leyen und António Costa, da wispert Keir Starmer vertraulich in Donald Trumps Ohr, und da unterlegt der Gastgeber Emmanuel Macron den Gang aller Teilnehmenden zu ihm aufs Begrüßungspodium bei Instagram mit sinnig ausgewählter Popmusik. Für Friedrich Merz wählt er Lieblingsmensch von Namika, für Giorgia Meloni Felicità von Al Bano und Romina Power, und Donald Trump bekommt ein vieldeutiges Love Is a Long Road von Tom Petty. Lässig kam das rüber, fast verschmitzt, angesichts der zahlreichen Verstimmungen der verschiedenen Gipfelteilnehmer im Vorfeld, angesichts vor allem der monströsen Spannungen zwischen Europa und den USA.
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