CDU: Annegret Kramp-Karrenbauer warnt vor Minderheitsregierung wegen Zusammenarbeit mit der AfD
Ex-CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hält nichts von einer Minderheitsregierung. Sie vermutet, dass diese eine »informelle Koalition mit der AfD« mit sich bringen würde.
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bei der Adenauer-Konferenz, 6.5.2026
Die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer warnt ihre Partei vor Gedankenspielen über ein vorzeitiges Aus der schwarz-roten Regierungskoalition im Bund. In der demokratischen Mitte stehe keine alternative Mehrheit zur Verfügung, sagte die Chefin der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in einem Podcast der Funke Mediengruppe .
Kramp-Karrenbauer setzte sich 2018 in einer Kampfabstimmung um den CDU-Vorsitz gegen Friedrich Merz durch und blieb zwei Jahre an der Spitze der Partei. Merz hat den Vorsitz 2022 von Armin Laschet übernommen. Die Saarländerin und Ex-Verteidigungsministerin setzte sich zudem bei der Wahl um den Vorsitz der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung gegen den einflussreichen Bundestagsabgeordneten Günter Krings durch, der wiederum von Merz unterstützt wurde. Es war die erste Kampfabstimmung in der langen Geschichte der Stiftung.
Zur Landtagswahl im September in Sachsen-Anhalt, wo die AfD laut Umfragen auf eine Mehrheit zusteuert, sagte Kramp-Karrenbauer, die CDU-Bundespartei könne dem Landesverband nicht einfach verordnen, wie er sich bei der absehbar schwierigen Regierungsbildung in Magdeburg zu verhalten habe. Das Adenauer-Haus in Berlin, also die CDU-Zentrale, sei kein »Zentralorgan«.
Zugleich warnte sie vor dem Modell einer Minderheitsregierung. Diese »bedeutet de facto nichts anderes als eine informelle Koalition mit der AfD«, warnte sie. Die Vorstellung, dass man montags mit Stimmen der SPD, dienstags vielleicht mit Stimmen von SPD und Grünen etwas durchsetzt, mittwochs mit der AfD und donnerstags das Spiel wieder von vorn anfängt, habe »mit politischer Realität überhaupt nichts zu tun«.
Es werde nach der Wahl enge Gespräche geben zwischen dem Bundesvorsitzenden, Kanzler Friedrich Merz, und dem Landesvorsitzenden Sven Schulze. »Aber zu sagen: Das Adenauer-Haus legt jetzt den Schalter nach links oder nach rechts um und so wird’s gemacht, wird schwierig sein.«
📌 Kaynak
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