Osteopathie bei Rückenschmerzen: Wirkt das Verfahren?
Osteopathie ist eines der beliebtesten alternativen Verfahren bei Schmerzen im unteren Rücken. Doch ob sie auch wirkt, ist hochumstritten. Was nun eine neue wissenschaftliche Analyse sagt.
Heilen mit den Händen: Hält die Osteopathie, was sie verspricht? (Symbolbild)
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Rückenschmerzen können extrem belastend sein. In Deutschland führen Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems laut dem Dachverband der Betriebskrankenkassen sogar zu den meisten Fehlzeiten im Job. Am häufigsten sind dabei Kreuzschmerzen, also Beschwerden im unteren Rücken.
Viele Betroffene setzen bei der Therapie von Hexenschuss und Co. nicht nur auf etablierte Ansätze wie Physiotherapie oder Schmerzmittel, sondern nutzen auch alternativmedizinische Methoden wie Osteopathie. Bei diesem Verfahren werden die umliegenden Muskeln, Faszien und Gelenke oft durch Handgriffe gelöst und bewegt. Ob Osteopathie jedoch tatsächlich wirksam ist, wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert .
Nun liefert ein neuer Evidenzbericht des IGeL-Monitors eine ernüchternde Zusammenfassung. Der IGeL-Monitor ist ein Gesundheitsportal des Medizinischen Dienstes des Bundes und bewertet sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) nach wissenschaftlichen Standards.
Das Fazit der Expertinnen und Experten: Aus den untersuchten Studien und wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten kann kein klarer Nutzen der Methode bei Kreuzschmerzen abgeleitet werden. Einzelne Studien zeigten zwar eine Verbesserung bei Schmerz oder Beweglichkeit – aber diese Studien waren methodisch schwach und die Ergebnisse daher wenig verlässlich.
Die größten und besten Untersuchungen fanden keinen überzeugenden Vorteil gegenüber einer Scheinbehandlung. Außerdem vermuten die Autorinnen und Autoren des Berichts, dass bei einer zentralen Übersichtsarbeit ein sogenannter Publikationsbias dazu geführt haben könnte, dass positive Effekte überbewertet wurden. Ein Publikationsbias kann auftreten, wenn Studien mit negativem Ergebnis nicht veröffentlicht und somit nicht in größeren Analysen berücksichtigt werden können.
Daniel Belavy, Professor im Studienbereich Physiotherapie der Hochschule Bochum, findet noch deutlichere Worte. Aus seiner Sicht hätte man in Anbetracht der Gesamtevidenz zu dem Schluss kommen müssen, dass Osteopathie im Vergleich zu Schein- oder Placebo-Behandlungen nicht wirksamer ist. »Oder bestenfalls, dass sie im Vergleich zu einem Placebo einen kleinen, aber klinisch nicht bedeutsamen Effekt hat«, sagte Belavy gegenüber dem Science Media Center.
Es könne laut Belavy sein, dass Osteopathie Menschen anspreche, die sich von konventionelleren Ansätzen möglicherweise nicht gehört oder verstanden fühl
📌 Kaynak
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