Kolumbiens Umweltbewegung befürchtet bei rechtem Sieg neuen Bergbau-Boom

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Kolumbiens Umweltbewegung befürchtet bei rechtem Sieg neuen Bergbau-Boom

Abelardo de la Espriella, Sieger der ersten Runde der kolumbianischen Präsidentschaftswahl, besitzt wertvolle Grundstücke, unter denen Rohstoffe liegen

Abelardo de la Espriella, Sieger der ersten Runde der kolumbianischen Präsidentschaftswahl, besitzt wertvolle Grundstücke, unter denen Rohstoffe liegen

Am Sonntag entscheidet Kolumbien im zweiten Wahlgang, ob der rechte Quereinsteiger Abelardo de la Espriella, der die erste Runde mit 43,7 der Stimmen gewann, oder der linke Senator Iván Cepeda, der 40,9 Prozent erreichte, in den Präsidentenpalast Casa de Nariño einzieht.

Während Cepeda die Politik des Amtsinhabers Gustavo Petro fortsetzen will, dem es gelungen ist, die Armutsquote auf 28 Prozent zu senken, hat de la Espriella einen radikalen Umbau im Programm. Er will "mit eiserner Faust" gegen Kriminelle vorgehen, ein radikales Sparprogramm durchziehen und Kolumbiens Rohstoffsektor mit neuen Bergbaulizenzen profitabler machen. Mit umstrittenen Technologien wie Fracking soll die Öl- und Gasförderung gesteigert werden.

Fernando Jaramillo, Koordinator der lokalen Umweltorganisation "Mesa Ambiental de Jericó" in der Provinz Antioquia, bereist derzeit auf Einladung der Diakonie Europa. Im STANDARD-Gespräch berichtet er, dass der scheidende Präsident Gustavo Petro im Wahlkampf 2022 versprochen hatte, dass das Kupfer- und Goldbergbauprojekt, das der transnationale Konzern Anglogold Ashanti dort errichten will, nicht zustande kommen wird. Stattdessen wurden Teile des Bezirks zur Schutzzone für die Lebensmittelproduktion erklärt, wo Bergbau verboten ist.

In der ersten Runde der heurigen Präsidentschaftswahl stimmten in Jaramillos Heimatstadt Jericó (15.000 Einwohner) 60 Prozent für de la Espriella. "Im Jahr 2002 gaben hier 98 Prozent Álvaro Uríbe ihre Stimme", erläutert der Aktivist, "seit wir die Kleinbauern bei der Verteidigung ihrer Ländereien gegen Anglogold Ashanti unterstützen, hat sich also einiges geändert".

Um in Regionen, wo sich die Staatsgewalt nur selten blicken lässt, ihren Geschäften nachgehen zu können, bezahlen viele Bergbauunternehmen Schutzgelder an paramilitärische Gruppen. "Vacuna" („Impfung“) wird die Praxis in Kolumbien genannt.

Seit einem halben Jahr zeigen sich Vertreter des "Clan del Golfo", wie die Regierung den AUC-Nachfolger "Autodefensas Gaitanistas de Colombia" nennt, auch in Jericó, berichtet Jaramillo. Sie kommen aus Buriticá im Norden Antioquias.

Die chinesische Zijin Mining Group verweigert für ihre Goldmine dort die Zahlung und setzt auf bewaffnete Wachmannschaften, die sich laut Wall Street Journal unterirdische Gefechte mit den Paramilitärs liefern. Andere Minenbetreiber wie die kanadische GCM Mining setzen auf Subunternehmer, die die riskante Arbeit erledigen und eine

📌 Kaynak

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