Die unnötigen "Hydration-Breaks" erhitzen die Gemüter
Dass die Trinkpausen von Pfiffen begleitet werden, ist mehr als verständlich. Sie zerstören den Charakter des Spiels und kommerzialisieren den Fußball noch mehr
Dass die Trinkpausen von Pfiffen begleitet werden, ist verständlich. Sie zerstören den Charakter des Spiels und degradieren den Fußball noch mehr zum Statisten der Kommerzialisierung
Beim Spiel zwischen England und Kroatien hallte es zweimal ein lautes "Buuuuuh" von den Rängen, und als die Partie zwischen Ghana und Panama bei rund 20 Grad und Regen unterbrochen wurde, griffen sich nicht nur die Fans im Stadion an den Kopf: die "Hydration-Breaks" vulgo Werbepausen sorgen für reichlich Ärger bei den Fußballfans. Nicht nur, weil die dreiminütige Unterbrechung pro Halbzeit den Spielrhythmus zerstört, sondern auch weil sie die Spiele um einige Minuten verlängert. Bei den unchristlichen Beginnzeiten ist das kein Akt der Nächstenliebe.
Nachdem die Fifa von Nächstenliebe so weit entfernt ist, wie Donald Trumps Verdienste eines Friedenspreises würdig sind, weht der Wind von einer anderen Seite. Was der Fußballweltverband als Maßnahme zur Gesundheit der Spieler verkaufen will, ist wohl nichts anderes als ein weiterer Baustein in der Kommerzialisierung des Sports. Sonst könnte man die Trinkpausen auf Spiele bei großer Hitze beschränken.
Die Fifa verscherbelt die TV-Rechte nicht gerade zum Nulltarif, den TV-Sendern helfen die Pausen, um die Zuseherinnen und Zuseher mit Werbung zu beglücken. Das kann man ihnen nicht übel nehmen. Gelegenheit macht Moneten. Sie müssten die teuren Rechte auch wieder refinanzieren. Und dem ORF ist Unterbrecherwerbung während der Pausen bei Sportereignissen erlaubt. Das macht er beim Skifahren schon seit Jahrzehnten.
Das alles führt dazu, dass die Kluft zu den Fans immer größer wird. Aber immerhin: Der Spuk dürfte nach der WM wieder vorbei sein. Zumindest in Europa. Die Uefa hat bereits angekündigt, Trinkpausen nur bei großer Hitze abzuhalten. Und das dauert dann auch keine drei Minuten. Juchuuu statt Buuuuh. (Oliver Mark, 18.6.2026)
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