Fall Pilnacek: Alles richtig gemacht, sagt Niederösterreichs Polizeichef
Die Abgeordneten bissen sich am gelassenen Landespolizeidirektor Franz Popp die Zähne aus. Kritik der WKStA interessierte ihn nicht
Die Abgeordneten bissen sich am gelassenen Landespolizeidirektor Franz Popp die Zähne aus. Kritik der WKStA interessierte ihn nicht
Der Pilnacek-Untersuchungsausschuss ist mittlerweile zu einem interessanten Experiment geworden. Das Versuchsprotokoll lautet: Wie oft kann man wie vielen Personen dieselbe Frage stellen, bis doch eine andere Antwort kommt. Oder anders gesagt: Wie oft kann man Polizisten fragen, ob die Polizei etwas falsch gemacht habe, bis sie einen Fehler eingestehen.
Derzeit spricht viel dafür, dass sich das ewig ziehen könnte. Das Durchhaltevermögen der Abgeordneten ist aber durchaus zu bewundern. Sie schöpfen ihre Fragezeit auch aus, wenn schon früh alles gesagt wurde. So etwa am Donnerstagvormittag beim niederösterreichischen Landespolizeidirektor Franz Popp.
Er war früh in die Causa Pilnacek involviert worden. Zunächst hatte ihn Bundespolizeidirektor Michael Takacs über den Tod des langjährigen Justizbeamten informiert, dann hatte sich der Anwalt von Pilnaceks Witwe bei Popp gemeldet. Er leitete das weiter, das war es im Grunde auch schon.
Im Ausschuss präsentierte sich Popp mit einer interessanten Wurschtigkeit. Kritik der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) an seinen Beamten ob der Pilnacek-Ermittlungen? Habe er nicht gelesen. Vorwürfe gegen Takacs rund um dessen kolportierten Rat, Pilnaceks Laptop möge verschwinden? Könne er sich nicht vorstellen, habe ihn nicht interessiert. Warum Ermittler kein Thermometer mit hatten, um Wasser- und Körpertemperatur zu messen? Müsse man die Beamten fragen.
Ins Schwitzen bringt der U-Ausschuss die Spitzenpolizisten offenbar nicht. Das zeigten schon Takacs oder der niederösterreichische Landeskriminalamtschef Stefan Pfandler oder wird, am Nachmittag, wohl der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit Franz Ruf zeigen. Nächste Woche wird fortgesetzt, dann geht der U-Ausschuss in eine Sommerpause. Das Experiment wird also weitergehen. (Fabian Schmid, Renate Graber, 18.6.2026)
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