IW Köln: Mehr Frührentner arbeiten auch im Ruhestand weiter
Die Zahl der Menschen, die nach vorzeitigem Renteneintritt weiterarbeiten, ist deutlich gestiegen. Grund dürfte der Wegfall der sogenannten Hinzuverdienstgrenze sein.
Immer mehr Frührentner nutzen den Wegfall der Hinzuverdienstgrenze und arbeiten trotz Rente weiter, so eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Besonders langjährig Versicherte, mit 45 Versicherungsjahren, gehen vorzeitig in Rente und arbeiten sozialversicherungspflichtig weiter. Der Anteil dieser Gruppe, die über die Minijobgrenze hinaus arbeitet, ist von 18 auf 25 Prozent gestiegen. Auch diejenigen, die nach 35 Versicherungsjahren ab 63 in Rente gehen, zeigen ein ähnliches Muster. Trotz höherer Abschläge entscheiden sich mehr Menschen für vorzeitige Rente, was das Ziel der Regierung, den Renteneintritt nach hinten zu verschieben, untergräbt. Die Reform sendet laut einer Autorin widersprüchliche Signale an die Babyboomer, da vorzeitige Renteneintritte teuer ermöglicht werden, aber Maßnahmen wie der Wegfall der Hinzuverdienstgrenze das Problem nicht nachhaltig lösen.
Mehr Menschen, die vorzeitig in Rente gehen, nutzen den Wegfall der Hinzuverdienstgrenze und arbeiten trotz Rente sozialversicherungspflichtig weiter. Das zeigt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Ein Beispiel dafür ist laut dem Institut die Gruppe der besonders langjährig Versicherten. Dabei handelt es sich um Menschen mit 45 Versicherungsjahren, die vorzeitig und ohne Abschläge in Rente gehen. In dieser Gruppe sei der Anteil derjenigen, die eine Arbeit ausüben, die über die Minijobgrenze hinausgeht, im Jahr 2023 auf 25 Prozent gestiegen. 2022 seien es noch 18 Prozent gewesen. Die Grenze für den Hinzuverdienst für vorgezogene Altersrenten war 2023 weggefallen.
Bei den langjährig Versicherten, die nach 35 Versicherungsjahren ab einem Alter von 63 Jahren in Rente gehen, stellten die Forscherinnen das gleiche Muster fest. Im selben Zeitraum sei der Anteil von acht auf 14 Prozent gestiegen.
Für die Studie werteten die Forscherinnen die Daten der Deutschen Rentenversicherung für die Jahre 2018 bis 2024 aus und glichen diese mit Beschäftigtendaten ab. Die Daten für 2024 sind vorläufig.
Zudem gehen laut IW seit der Reform mehr Menschen vorzeitig in Rente und nehmen dabei Abschläge in Kauf, statt bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten. Dabei sei der Anteil der langjährig Versicherten, also derer, die über 35 Versicherungsjahre verfügen, von 21,7 Prozent (2020) auf 24 Prozent (2024) gestiegen. Dem Institut zufolge ist auch das Durchschnittsalter beim Renteneintritt der langjährig Versicherten mit großem Hinzuverdienst leicht gesunken.
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Die Autorinnen schlussfolgern d
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