Hassans Restaurant: Afghanisch am Mexikoplatz

📌 Other 📰 Austria 🕐 1 hr ago
Hassans Restaurant: Afghanisch am Mexikoplatz

Der Mexikoplatz ist eine kühle Oase in der Stadt – und beherbergt ein bemerkenswert gutes afghanisches Restaurant

Der Mexikoplatz ist eine kühle Oase in der Stadt – und beherbergt ein bemerkenswert gutes afghanisches Restaurant

Hassan Mohamadi hat im Babenberger Hof in Baden gelernt, er wurde dort auch zum Barista und Sommelier ausgebildet. Es wundert also nicht, mit welch selbstverständlicher Eleganz der junge Mann den Riesling von der Nahe entkorkt und zum Kosten einschenkt. Okay, der Wein ist selbst mitgebracht, auf der Karte sind mit Grünem Veltliner, Muskateller, Gemischtem Satz (immerhin Fritz Wieninger), Zweigelt, Blaufränkisch und "Cuvée", jeweils ohne nähere Infos, nur vergleichsweise lokale Optionen zur Auswahl, "die werden derweil nicht so oft bestellt", wie Hassan bemerkt. Bier (Gösser oder Wieselburger) und Dough, das salzig-minzig prickelnde Getränk der afghanischen (aber auch persischen) Tradition aus selbst fermentiertem Joghurt und Sodawasser sind deutlich gefragter. Aber es gibt hier die Möglichkeit, seinen eigenen Wein mitzubringen und gegen bescheidenes "Gaslgeld" von 2,80 Euro pro Person zu den Speisen zu genießen. Hassan betont, dass er zwar den Sommelierkurs absolviert, dabei aber stets ausgespuckt habe, nur dass hier keine Missverständnisse aufkommen.

Zum Espresso hat der Mann eine deutlich dezidiertere Meinung, was ihm da mitunter in der Wiener Gastronomie vorgesetzt werde, sei eine Verhöhnung des Barista-Handwerks, oft sei nicht einmal einen Ansatz von Crema in den seltsamen Getränken dieses Namens zu erkennen. Es ist schwer, Herrn Mohamadi zu widersprechen.

Hassan kam 2008 nach Österreich, die Pizzeria hat er vor drei Jahren von einem Landsmann übernommen, im Wesentlichen eine Take-away-Theke mit kleinem Extrazimmer hinten dran – und sehr angenehmem Gastgarten am Mexikoplatz, wo die alten Bäume und der Schatten der riesenhaften Kirche für Abkühlung sorgen. Dass inzwischen die afghanischen Gerichte deutlich mehr geordert werden als Pizza, ist Hassans Mutter Akima und seiner Frau Razia zu verdanken. Sie kochen auf eine Art, dass die Gäste mittlerweile auch aus Tschechien und Ungarn anreisen, um den Geschmack von zu Hause zu erleben.

Ash Reshta zum Beispiel, ein Suppentopf mit langen Nudeln, Bohnen und Kichererbsen, neben dem hausgemachten Joghurt ist da ordentlich Spinat, Minze, Koriander drin, köstlich gehaltvoll und auch erfrischend, mit sanfter Säure. Oder Bolani, mit gedünstetem Lauch gefülltes Fladenbrot, heiß und saftig, dazu gibt es ein pikantes, mit Joghurt versetztes Chutney zum Tunken, verdammt gut.

Mantu sind Pflicht, die klassischen Teigtaschen (siehe Bild) haben hier idealtypische Konsistenz, fester, elastischer Teig mit wa

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