Burewestnik SSC-X-9 Skyfall: Russlands radioaktiver Marschflugkörper
Forscher haben Russlands Atomantrieb-Marschflugkörper Burewestnik analysiert: Das Triebwerk verstreut radioaktives Material. ( Militär , Politik )
Zwei Forscher des Massachusetts Institute of Technology haben die bislang wohl detaillierteste unabhängige Analyse(öffnet im neuen Fenster) von Russlands atomgetriebenem Marschflugkörper Burewestnik(öffnet im neuen Fenster) vorgelegt, den die Nato als SSC-X-9 Skyfall bezeichnet. Ihr zentrales Ergebnis: Die Waffe hinterlässt überall, wo sie fliegt, eine Spur radioaktiver Kontamination.
Die Analyse von MIT-Professor Jake Hecla und seinem Co-Autor R. Scott Kemp kommt zu dem Schluss, dass der Burewestnik mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Direktzyklus-Nuklearantrieb verwendet. Dabei wird Außenluft direkt durch den Reaktorkern gezogen, durch Kernspaltung erhitzt und als Schub ausgestoßen.
Diese Bauweise ist technisch einfacher als indirekte Antriebe, hat aber einen gravierenden Nachteil: Es gibt keine Barriere, die radioaktives Material einsperrt. Die Luft nimmt beim Durchströmen des Kerns Spaltprodukte auf und tritt als kontaminierter Abgasstrahl aus. Identifiziert wurden dabei radioaktive Isotope von Argon, Krypton und Kohlenstoff. Je länger der Flugkörper in der Luft bleibt, desto mehr dieser Stoffe gibt er ab.
Hinzu kommt ein zweites Problem: Lange Flüge setzen den Reaktorkern einer Kombination aus Hitze und komprimierter Luft aus, was zu Korrosion führt und weitere radioaktive Partikel in den Abgasstrom freisetzt.
Auf Basis von Open-Source-Bildmaterial schätzen die Forscher, dass der Burewestnik rund 9,5 Meter lang ist, eine Spannweite von etwa 5,5 Metern hat und mit Mach 0,75 cruist.
Die Entwicklung der Burewestnik(öffnet im neuen Fenster) war alles andere als geradlinig. Ein Test im Jahr 2017 endete laut Berichten mit einem Flugkörper auf dem Meeresgrund. 2019 tötete eine Explosion auf einem Schleppkahn im Weißen Meer fünf Wissenschaftler des Atomkonzerns Rosatom und löste einen messbaren Strahlungsanstieg im nahen Sewerodwinsk aus. Hecla und Kemp gehen davon aus, dass der geborgene Reaktor beim Hochziehen aus dem Wasser unerwartet wieder anlief.
Im Oktober 2025 meldete Russlands Generalstabschef Waleri Gerasimow einen erfolgreichen 15-stündigen Testflug über der Arktis. Das sei noch nicht die maximale Reichweite des Flugkörpers, so Gerasimow. Die MIT-Forscher werten das als den ersten glaubwürdig dokumentierten Langzeitflug eines nukleargetriebenen Fluggeräts überhaupt.
Trotzdem bleiben erhebliche Zweifel an der militärischen Sinnhaftigkeit. William Alberque, früherer Direktor für Strategie, Technologie und Rüstungskontrolle am International Institute for Strategic Studies, benennt die Schwächen in einem Bericht von The War Zone(öffnet im neuen
📌 Kaynak
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