Jon Rafman in Düsseldorf: Romantischer wird’s nicht mehr

📌 Diğer 📰 Zeit Online 🕐 5 gün önce
Jon Rafman in Düsseldorf: Romantischer wird’s nicht mehr

Kaum ein anderer Künstler taucht so tief hinab in die Bildwelten des Internets wie Jon Rafman. Nun zeigt eine Ausstellung in Düsseldorf sein spektakuläres Pandämonium.

Der kanadische Künstler Jon Rafman präsentiert im K21 in Düsseldorf eine Ausstellung, die humorvoll und melancholisch zugleich in die digitale Vergangenheit blickt. Rafman, bekannt für seine Videos und Installationen, zeigt Werke, die das Innere der digitalen Welt ausstellen. Seine Arbeiten basieren auf Google Street View-Fotografien und KI-generierten Figuren, die die Vereinzelung im Internet thematisieren. Rafman inszeniert die Figur des einsamen Einzelgängers gekonnt und nostalgisch, fernab von aktuellen digitalen Trends. Seine Kunst wirkt wie ein romantisches Gestern, das die Hoffnung einer vergangenen Internet-Ära widerspiegelt.

Stellen Sie sich vor, es ist das Jahr 2126, Sie studieren Kunstgeschichte und sitzen in einer Prüfung zum Thema »Das frühe digitale Zeitalter«. Frage: Welcher kanadische Künstler beschäftigte sich mit der großen Transformation des Internets, weg von den anarchisch-wilden Anfängen, hin zu den dominanten Plattformen und ihren alles beherrschenden Algorithmen? Betretene Stille, rauchende Köpfe. Ein kleiner Tipp: Er animierte seine eigenen Träume und stellte Bilder aus Google Street View im Museum aus. Street View, Street View … was war das gleich? Da hebt sich eine Hand. »Ist es vielleicht Rafman, Professor?«

Jon Rafman ist ein Star der Kunstwelt. Zumindest in jenen Gefilden, die sich für flimmerndes und verzerrtes Zeug auf Bildschirmen begeistern. Dort, wo auch Glitch Kitsch sein darf, also noch die größten technischen Verzerrungen als ästhetische Entdeckung gefeiert werden. Die Videos und Installationen des 45-Jährigen wollen das tiefe Innere der digitalen Welt ausstellen. Davon kann man sich aktuell im K21 in Düsseldorf überzeugen. Eine humorvolle Schau ist das, die kaum Beipackzettel braucht. Doch entgegen allen Erwartungen blickt sie gar nicht so sehr in die Gegenwart, sondern melancholisch in die Vergangenheit.

Der Weg führt hinab. Rafmans Ausstellung liegt im Untergeschoss des Museums. Weg vom lichten, historistischen Bau aus der Gründerzeit, hinunter in den Bauch des Hauses. Hierhin verirrt sich kein Sonnenstrahl, Wände und Fußboden verschwinden hinter riesigen Lkw-Planen, bedruckt mit Motiven aus der digitalen Welt. Also: mit allem Möglichen, aber irgendwie verzerrt, edgy.

Den Anfang machen Rafmans älteste Arbeiten. Das sind hübsch gerahmte, großzügig ausgedruckte Fotografien. Darauf zu sehen sind Menschen, die nackt in Vorgärten sonnenbaden, verloren am Straßenrand herumlungern, den Mittelfinger ins Bild recken. Oder auch Schulkinder, die mit ausgestreckten Armen ins Bild laufen. Lauter Fotos, die nicht von Mensch

📌 Kaynak

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