Kubicki ist FDP-Chef: Alles andere als ein strahlender Sieger

📌 Diğer 📰 Tagesschau 🕐 5 gün önce
Kubicki ist FDP-Chef: Alles andere als ein strahlender Sieger

Das "alte Schlachtross" Wolfgang Kubicki soll die FDP in die Zukunft führen. Beim Parteitag wählten ihn aber weniger als 60 Prozent. Ein Grund: die überraschende Kandidatur einer alten Kontrahentin. Jetzt braucht Kubicki schnelle Erfolge. Von L. Kaufmann. [ mehr ]

Das "alte Schlachtross" Wolfgang Kubicki soll die FDP in die Zukunft führen. Beim Parteitag wählten ihn aber weniger als 60 Prozent. Ein Grund: die überraschende Kandidatur einer alten Kontrahentin. Jetzt braucht Kubicki schnelle Erfolge.

Parteitage können zäh sein, weil erwartbar - wenn eh klar ist, wer neuer Parteichef wird. Und im Falle der FDP war das klar: Wolfgang Kubicki wird es. Bis am frühen Nachmittag überraschend doch eine Gegenkandidatin auf den Plan tritt: Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie 68 Jahre alt, Kubicki 74 - beide sind Urgesteine der FDP, "alte Schlachtrösser", wie Kubicki sagt.

Plötzlich also gibt es doch noch Wettbewerb in der Partei, die wie keine zweite für Wettbewerb steht. Plötzlich ist der Saal im Berliner Estrel Hotel brechend voll, Gespräche werden eingestellt. Alle Augen sind auf die Bühne gerichtet. Alle hören zu, als Strack-Zimmermann ihre Kandidatur begründet:

Die Weichen werden aus Sicht von Strack-Zimmermann falsch gestellt von Kubicki: zu viel Populismus, zu viel Ruck nach rechts, zu viel Spekulation darüber, wie es die FDP denn mit der AfD hält. Kubicki hält wenig von einer Brandmauer, das hat er in den vergangenen Wochen deutlich gemacht. Er findet, man müsse auch mit der AfD reden. Der von ihm auserkorene Generalsekretär Martin Hagen aus Bayern sprach zuletzt gar von der Brandmauer als "Popanz".

All das ärgert viele in der Partei. Das wird auch in den Redebeiträgen am Vormittag immer wieder deutlich. Auch bei Strack-Zimmermann klingt Wut durch, als sie auf die Brandmauer-Debatte zu sprechen kommt: "Glaubt jemand wirklich, alleine damit Wähler von der AfD zurückzuholen?" Strack-Zimmermann, Abgeordnete im EU-Parlament, glaubt an ein anderes Szenario: "Was wir bekommen, ist Applaus und Schulterklopfen von reaktionären Stammtischen, die uns nie und nimmer wählen, wenn es darauf ankommt."

Applaus bekommt auch Strack-Zimmermann. Nur ganz wenige in der Partei, so hört man, haben von ihrer kurzfristigen Kandidatur gewusst. Mindestens 33 müssen es aber gewesen sein - sie unterzeichneten den Kandidatenvorschlag.

Doch wie Kubicki hat auch Strack-Zimmermann Gegner in der Partei. Und die sind laut. Immer wieder sind auch Buhrufe zu hören. An einigen Delegiertentischen bleiben die Arme demonstrativ verschränkt während ihrer Rede. Nicht nur, aber vor allem bei einigen Ostverbänden.

Bei den Delegierten aus Sachsen-Anhalt etwa, wo noch in diesem Jahr gewählt wird. In Sachsen-Anhalt sitzt die FDP derzeit noch in der Regierung, ab September laut Umfragen nicht mal mehr im Parlament. Kubicki aber ist für viele jetzt ein Hoffnu

📌 Kaynak

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