Wirtschaftsweiser: Warum hohe Spritpreise gut für Deutschland sein können
Der Volkswirt Gabriel Felbermayr erklärt, warum der Tankrabatt schadet, Chinas E-Autos helfen und fossile Nostalgie am Markt scheitert.
Der Volkswirt Gabriel Felbermayr erklärt, warum der Tankrabatt schadet, Chinas E-Autos helfen und fossile Nostalgie am Markt scheitert.
(Bild: Alexander Müller für den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung)
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Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr kommentiert in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung die ökonomischen Folgen des Iran-Konflikts, kritisiert staatliche Eingriffe in die Preisbildung und plädiert für den CO₂-Preis als zentrales Steuerungsinstrument. Die weitere Reduzierung fossiler Energien sei ökonomisch alternativlos und werde sich am Markt allein durch die geringeren Kosten durchsetzen. Sie sei daher weder durch politische Nostalgie noch durch staatliche Eingriffe wie den Tankrabatt aufzuhalten.
Seit März 2026 ist Felbermayr Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung und wurde für eine Amtszeit bis Februar 2031 berufen. Wie der Sachverständigenrat mitteilte, gilt der Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) als ausgewiesener Experte für Handelspolitik und Geoökonomie.
Der leichte Konjunkturaufschwung um den Jahreswechsel 2025/26 sei durch die Energiepreisschocks infolge der zeitweisen Blockade der Straße von Hormus gedämpft worden. Durch die Meerenge liefen zuvor rund 20 Prozent der globalen Ölproduktion. Dass der Preisanstieg dennoch „relativ verhalten“ ausfiel, führt er darauf zurück, dass andere Förderländer ihre Produktion hochgefahren hätten und die OPEC durch das Ausscheiden der Vereinigten Arabischen Emirate geschwächt sei. Seitdem nach einem von Donald Trump verkündeten „Deal“ mit Iran die Passage wieder geöffnet sei, könnten die Preise stärker fallen als erwartet.
Deutschlands besondere Verwundbarkeit erklärt Felbermayr mit dem im EU-Vergleich noch stärker fossil geprägten Energiemix und dem hohen Anteil energieintensiver Industrie, insbesondere der Chemie. Frankreich habe seine Stromerzeugung „schon lange durch die Atomkraft dekarbonisiert“, skandinavische Länder setzten auf Wasserkraft und Wind. In einer Situation, in der Deutschland „kaum wächst“, könne ein Preisschock „das letzte bisschen Dynamik kosten“.
Besonders scharf kritisiert der Ökonom den deutschen Tankrabatt. „Das ist schlechte Wirtschaftspolitik. Durch den Versuch, eine Knappheit zu vertuschen, macht man sie noch schlimmer“, sagt Felbermayr. Wenn viele Länder den Verbrauch von Kraftstoffen subventionierten, treibe das d
📌 Kaynak
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