Netzwerk-Meister: Der lange Arm des Peter Thiel
Der US-Milliardär hat ein weltumspannendes Netzwerk erschaffen. Sein Einfluss reicht längst auch nach Deutschland und Österreich. Eine Kolumne von Claudia Zettel ( Tech-Bro-Watchblog , Politik )
Wer auf die Welt der Tech-Konzerne und Start-ups blickt, kommt um einen Namen nicht herum, und der lautet: Peter Thiel. Der Unternehmer und Investor hat über die vergangenen Dekaden ein extrem breites Geflecht an Firmengründungen, Beteiligungen und Investments aufgebaut. Er hat unfassbares Vermögen angehäuft und damit auch zunehmend an politischem Einfluss gewonnen.
Thiel war Trump-Unterstützer der ersten Stunde und gilt als "Erfinder" von US-Vizepräsident JD Vance. Riecht es irgendwo nach autoritären Tendenzen, ist Thiel nicht weit. Auch im Tech-Bro-Watchblog fällt sein Name regelmäßig (g+), weil der Milliardär überall seine Finger im Spiel hat – oft eben auch, wenn es ideologisch bedenklich wird.
Vor wenigen Tagen kamen aufgrund eines Datenlecks geheime Informationen über Thiels weitreichenden Einflussbereich ans Licht. Das hält eigentlich wenige Überraschungen bereit, bestätigt aber, was aus Recherchen und Beobachtungen in der Vergangenheit bereits auf der Hand lag. Das Netzwerk reicht auch in mehrere europäische Staaten, inklusive Deutschland und Österreich.
Tatsächlich wurde Thiel sogar in Deutschland (Frankfurt am Main) geboren, was für seine Einflussnahme in diesen Breiten aber wohl die geringste Rolle spielt. Er hegt Allmachtsfantasien und hat ganz eigene Vorstellungen von der Welt.
In seiner Vision werden Demokratien abgeschafft, Frauen sollten besser nicht wählen dürfen und an die Stelle von Staaten mit Regierungen sollen monopolistische Konzerne treten, die von einer kleinen CEO-Elite angeführt werden. Außerdem will er ewig leben und sich einfrieren lassen.
Neben seinen extrem-libertären politischen Ansichten hat sich Thiel einem zunehmend radikalisierten und fundamentalistischen christlichen Weltbild verschrieben, bei dem zu jeder Tages- und Nachtzeit mit dem Erscheinen des Antichristen zu rechnen sei. Gerne auch in Gestalt einer Greta Thunberg(öffnet im neuen Fenster).
Mit dieser Gemengelage aus Ideologie, Religion und Politik reist Thiel auch immer wieder nach Europa. Im vergangenen Herbst fand beispielsweise ein kleines exklusives Treffen an der Universität in Innsbruck statt, wo Thiel als Gast des respektierten Theologen Wolfgang Palaver über seine Idee des Antichristen diskutieren durfte(öffnet im neuen Fenster).
Palaver kennt Thiel nach eigenen Aussagen seit 30 Jahren und stand immer wieder mit ihm in Austausch – vornehmlich zu theologisch-philosophischen Fragen. Aber natürlich wurde dabei auch Politik zunehmend ein Thema.
📌 Kaynak
Bu haber XML kaynağından derlenmiştir. Tamamı için orijinal habere gidin.
Orijinal haberi oku →