Rückkehr zur harten Hand? Kolumbien wählt einen neuen Präsidenten
Heute wählt Kolumbien einen neuen Präsidenten. Amtsinhaber Petro tritt nicht an. Zuletzt hat im Land die Gewalt wieder zugenommen - was die Wahl auch zur Abstimmung über Petros Reformkurs macht. Von Jenny Barke. [ mehr ]
Heute wählt Kolumbien einen neuen Präsidenten. Amtsinhaber Petro tritt nicht mehr an. Zuletzt hatte die Gewalt im Land wieder zugenommen - was die Wahl auch zur Abstimmung über Petros Weg des "vollständigen Friedens" macht.
Vier Jahre nach dem historischen Wahlsieg des ersten linken Präsidenten steht Kolumbien vor einer richtungsweisenden Präsidentenwahl. Heute dürfte es auf einen Dreikampf zwischen dem linken Regierungslager und zwei rechten Herausforderern hinauslaufen.
Der Wahlkampf wurde von der Frage bestimmt, ob das Wahlversprechen von Amtsinhaber Gustavo Petro eines "paz total", also eines "vollständigen Friedens", der richtige Weg ist. Der Präsident wollte zwischen allen bewaffneten Gruppen in Kolumbien gleichzeitig verhandeln und so einen wirklichen Wandel in dem jahrzehntelang von bewaffnetem Konflikt geprägten Land einleiten.
Denn einem Friedensabkommen von 2016 schlossen sich viele Guerilleros nicht an. Dissidenten der linken Guerillabewegung FARC bildeten teils neue Gruppierungen und kämpfen gegen rivalisierende Gruppen um die Vorherrschaft im Kokainhandel dort weiter, wo der Staat nach dem Rückzug der FARC nicht sofort Präsenz zeigte.
Präsident Petro spricht von Terror Wochen vor der Präsidentenwahl. mehr
Immer wieder kommt es zu Attentaten, auch in den Tagen direkt vor der Wahl. Ende April kamen bei einem Bombenanschlag 21 Menschen ums Leben, für den eine der FARC-Dissidentengruppen verantwortlich gemacht wird. Entsprechend prägt die verschlechterte Sicherheitslage den Wahlkampf.
Insgesamt erlebt Kolumbien in den vergangenen Jahren wieder eine deutliche Zunahme an Gewalt, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie in den 1990er-Jahren. Die Mordzahlen steigen seit ein paar Jahren erneut kontinuierlich. Menschenrechts-Organisationen sprechen von der schlimmsten Binnenflucht seit Jahrzehnten.
Vergangenen Sommer starb der Präsidentschaftskandidat Miguel Uribe Turbay, nachdem er bei einem Wahlkampfauftritt niedergeschossen wurde. Diesen Mai wurde der Koordinator der Wahlkampfkampagne von Abelardo de la Espriella ermordet und eine Autokolonne eines Senators von Petros Regierungspartei beschossen.
In der nordöstlichen Region Catatumbo fliehen Zehntausende Menschen vor der Gewalt. mehr
Paloma Valencia steht bei der Wahl für ein Mitte-Rechts-Bündnis, fährt einen wirtschaftsliberalen Kurs, will weiter fossile Rohstoffe fördern und wirbt um niedrige Steuern. Petros linken Kurs lehnt sie ab: Als Präsidentin wolle sie Haftbefehl gegen alle erlassen, die mit Kriminellen verhandeln.
Damit spielt sie darauf an, dass Vertreter bewaffneter Gruppen bei Frie
📌 Kaynak
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