Wahlen in Kolumbien: Präsidentschaftswahl in Kolumbien – Linke Kontinuität oder Rechtsruck?
Die Menschen in Kolumbien wählen einen neuen Präsidenten. Was wollen die wichtigsten Kandidaten verändern? Und: Einsamkeit und soziale Isolation in der Incel-Bewegung
In Kolumbien steht die Wahl eines neuen Präsidenten an, die als Richtungsentscheidung nach der Amtszeit von Gustavo Petro gilt. Der Wahlkampf ist von Gewalt und Polarisierung geprägt, mit einer möglichen Stichwahl zwischen einem linken Senator und einem rechtsgerichteten Anti-Establishment-Kandidaten. Die politischen Lager unterscheiden sich in ihren Ansätzen zur Bewältigung der Gewalt im Land. Die Incels-Szene, geprägt von Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit, thematisiert die Schwierigkeiten romantischer Beziehungen. Die Gefahren und Risiken dieser Szene werden von einem ZEIT-Redakteur beleuchtet. Und sonst so? Eine Besucherin badet im Trevi-Brunnen.
In Kolumbien wählen rund 41 Millionen Menschen einen neuen Präsidenten. Die Abstimmung gilt als Richtungsentscheidung über die Zukunft des Landes nach der Amtszeit von Gustavo Petro, dem ersten linken Präsidenten Kolumbiens, der laut Verfassung nicht erneut kandidieren darf. Der Wahlkampf ist stark polarisiert und von anhaltender Gewalt durch bewaffnete Gruppen geprägt, die in Teilen des Landes weiterhin Einfluss auf Wirtschaft und Sicherheit ausüben. Laut Umfragen läuft es auf eine Stichwahl zwischen dem linken Senator Iván Cepeda und dem rechtsgerichteten Anti-Establishment-Kandidaten Abelardo de la Espriella hinaus. Beide politischen Lager verfolgen unterschiedliche Ansätze im Umgang mit der Gewalt im Land: Während die Rechte einen härteren Kurs gegen kriminelle Gruppen fordert, setzt die Linke auf Verhandlungen und Sozialprogramme. Welche Themen bei der Wahl dominieren, ordnet ZEIT-Autorin Alexandra Endres ein.
Incels sind meist heterosexuelle Männer, die keine romantischen oder sexuellen Beziehungen haben und sich vom Dating ausgeschlossen fühlen. Viele machen dafür ihr Aussehen, soziale Unsicherheit oder mangelnde Attraktivität verantwortlich, andere gesellschaftliche Entwicklungen wie Feminismus oder Dating-Apps. Einige Incels berichten von Einsamkeit, Zurückweisung und sozialer Isolation. Prägend für die Szene ist die sogenannte Blackpill-Ideologie, die Überzeugung, dass Erfolg bei der Partnersuche fast ausschließlich von angeborener Attraktivität abhängt und kaum beeinflussbar ist. Daraus entsteht häufig eine Haltung der Hoffnungslosigkeit. In Teilen der Szene finden sich zudem frauenfeindliche Einstellungen und die Vorstellung, Männer würden systematisch benachteiligt. Wie gefährlich die Incel-Szene ist und welche Risiken von ihr ausgehen, erklärt Philipp Daum, Redakteur im Ressort X der ZEIT.
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