Tochter von Robert Havemann: »Manchmal habe ich bereut, die DDR verlassen zu haben«
Sibylle Havemanns Vater war einer der bekanntesten DDR-Regimekritiker, ihre Mutter hat die Familie für die Stasi bespitzelt. Ein Gespräch über ein Leben voller Brüche.
Sibylle Havemann, Tochter des bekannten DDR-Dissidenten Robert Havemann, spricht im ZEITmagazin über ihren Umgang mit Krebs und ihre bewegte Vergangenheit. Trotz schwerer Krankheit entscheidet sie sich gegen eine erneute Chemotherapie und für ein Leben ohne Behandlung. Die 71-Jährige reflektiert über ihre Zeit in der DDR, ihren Weggang in den Westen und die komplexen Beziehungen innerhalb ihrer Familie. Havemann zeigt sich mutig und reflektiert, während sie auf ihr Leben zurückblickt und sich auf das mögliche Ende vorbereitet. Trotz schwerer Schicksalsschläge bewahrt sie eine gewisse Gelassenheit und nimmt ihr Schicksal an.
Dieser Artikel stammt aus unserem Ressort X. Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 22/2026.
Sibylle Havemann wartet in der Tür ihrer Wohnung im dritten Stock eines Altbaus in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie ist 71, sehr schmal, lange blonde Haare. Sie führt in ein Zimmer mit Balkon, an den Wänden Regale mit Schallplatten. Über dem Plattenspieler hängt ein Schwarz-Weiß-Foto ihres Vaters Robert Havemann, eines der bekanntesten Dissidenten der DDR. In der Ecke stehen zwei samtbezogene Sessel. Sie setzt sich, legt ein Bein hoch und zieht eine Decke über sich, ihr ist oft kalt jetzt.
📌 Kaynak
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