Rettung auf dem Mittelmeer: Er fliegt immer weiter
Der Schweizer Pilot Fabio Zgraggen fliegt übers Mittelmeer, um Geflüchtete zu retten. Am Anfang glaubte er, helfen zu können. Heute weiß er: Es geht um Zeugenschaft.
Ein Appenzeller Pilot beobachtet vom Hafen von Lampedusa aus, wie Geflüchtete auf eine Fähre steigen, die sie nach Sizilien bringt. Seit zehn Jahren fliegt er mit seiner Organisation Humanitarian Pilots Initiative über das Mittelmeer, um in Seenot geratene Flüchtlingsboote zu finden und Rettungsschiffe zu alarmieren. Seine Erkenntnis: Das Leid der Menschen auf See ist kein Unglück, sondern ein System, das auf politischen Entscheidungen beruht. Trotz persönlicher Entbehrungen und Erschöpfung setzt er sich weiterhin für die Menschen in Not ein, auch wenn er in der heilen Welt der Appenzeller Normalität oft auf Unverständnis stößt. Sein Motiv: Zeugenschaft für diejenigen, die keine Stimme haben und für die Wahrheit über die Zustände an Europas Außengrenze.
Männer mit weißen Plastiksäcken, ein paar wenige Frauen und Jugendliche steigen am Hafen von Lampedusa auf eine Fähre, die sie nach Sizilien bringen wird. Es sind Geflüchtete, die die Überfahrt von Libyen bis hierher überlebt haben. Etwas oberhalb vom Hafen sitzt Fabio Zgraggen auf einer Steinmauer und schaut zu ihnen hinunter. »Es hört nicht auf«, sagt er. Sein Blick bleibt an den Menschen haften, die an Bord gehen und zu den Glücklichen gehören. Das Mittelmeer ist die tödlichste Fluchtroute der Welt. In diesem Jahr sind bereits mehr als 1.200 Menschen ertrunken.
📌 Kaynak
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