Vingegaard: Giro-Sieg, Grand Tour-Triple und Vorbereitung auf Frankreich
Jonas Vingegaard hat überlegen den 109. Giro d’Italia gewonnen. Er ist erst der achte Fahrer, der die Tour de France, die Vuelta und den Giro gewonnen hat.[ mehr ]
Jonas Vingegaard gewinnt den 109. Giro d’Italia und steigt damit in den elitären Klub der Radsportler auf, die Tour de France, die Vuelta und den Giro gewonnen haben. Außerdem sieht der Däne den Giro nicht primär als Belastung, sondern als optimale Vorbereitung für einen neuerlichen Sieg bei der Tour an.
Ein Schluck aus der Flasche, schnell noch etwas Wasser in den Nacken gekippt, und dann trat Jonas Vingegaard an. Elf Kilometer vor dem Ende der vorletzten Etappe dieses Giro d’Italia machte der Profi von Visma-Lease a Bike noch einmal richtig ernst. Sofort war die Lücke gerissen zu den meisten anderen Klassementfahrern. Ein paar hundert Meter hängte sich der Österreicher Felix Gall noch an den ganz in rosa gekleideten Dänen ran, dann musste auch er passen.
Vingegaard beendete seine längste Solofahrt bei diesem Giro als überlegener Sieger. Er nahm am Ende sogar noch etwas Fahrt raus. "Ich wollte den Moment genießen. Ich habe etwas verlangsamt, um alles wahrzunehmen, das Publikum, die Begeisterung am Straßenrand", sagte er. Es reichte nicht nur locker für den Etappensieg und die Zementierung der Führung im Gesamtklassement.
Gewissermaßen nebenbei verbesserte er den Streckenrekord von Marco Pantani, den der Italiener bei seiner legendären Aufholjagd beim Giro 1998 auf eben diesem Anstieg nach Piancavallo aufgestellt hatte. Der Zielmesspunkt war damals etwas weiter unten. Die "Gazzetta dello Sport" verglich aber TV-Aufnahmen von 1998 und von diesem Jahr und kam auf einen Vorsprung von drei Sekunden für Vingegaard.
Alles rosig also für den Dänen. Fünf der sechs Bergankünfte hat er gewonnen. Den Triumph beim sechsten Berg - auf der 19. Etappe - gewährte er dem Getreuesten seiner Getreuen, dem US-Amerikaner Sepp Kuss. Der Vorsprung in der Gesamtwertung auf den Zweiten, eben den Österreicher Gall, beträgt mehr als fünf Minuten.
Die absolute Überlegenheit des Siegers kann man auch an diesem Ausspruch von Decathlon-Profi Gall ablesen: "Ich habe keine Ahnung, ob Jonas irgendwie wegen mir beunruhigt war. Er ist einfach auf einem anderen Niveau gefahren."
Das lässt den Blick natürlich ins Jahr 2024 zurückgleiten. Damals gewann Tadej Pogacar den Giro ähnlich überlegen, im Vergleich sogar noch einen Tick überlegener. Neun Minuten hatte der Slowene Vorsprung, einen Tagessieg mehr fuhr er ein. Darunter war allerdings ein Bergzeitfahren, wie es der aktuelle Giro nicht im Programm hatte.
Der Däne ist dem Slowenen voraus mit dem vollendeten Grand Tour Triple, also der Sieg bei allen drei großen Landesrundfahrten. Sieben Fahrer gehörten zuvor zu diesem elitären Klub.
📌 Kaynak
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