Anna Rothe: Bouquets aus dem Jenseits
Im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts boomte die Spiritistenszene. Dort machte Anna Rothe als Geisterbeschwörerin eine okkultistische Karriere. Bis ihr Schwindel aufflog.
Der »Impresario« Max Jentsch ist empört über einen ungebetenen Gast bei der spiritistischen Séance mit dem berühmten Medium Anna Rothe. Rothe und Jentsch nutzen die boomende Spiritistenszene Berlins, um mit angeblichen Geisterkontakten Geld zu verdienen. Doch ihr Schwindel fliegt auf, als ein Kommissar die Betrügereien aufdeckt. Bei einer Enttarnungssitzung wird Rothe festgenommen, und der Prozess endet mit einer hohen Strafe für die Illusionistin. Trotz Spott und Häme stirbt Anna Rothe einsam und arm, ihr Leben als spiritistisches Medium endet tragisch.
Der »Impresario« Max Jentsch ist empört. Da hat sich doch tatsächlich einer der Besucher erdreistet, ausgerechnet hinter dem Stuhl Platz zu nehmen, auf dem bald das berühmte Medium Anna Rothe ihre spiritistische Kunst entfalten soll! Dabei hatte Jentsch das doch den Gästen der abendlichen Séance, die an diesem Tag im Frühjahr 1901 in der Schöneberger Wohnung der beiden stattfinden sollte, schon im Vorfeld ausdrücklich verboten. Und alle sollten auch immer schön nah an den Tisch heranrücken, so lautete die zusätzliche Order. Die Menschen, die an diesem Abend die Gesellschaft von Anna Rothe und ihrem Impresario, aber vor allem den erwarteten Persönlichkeiten aus der Geisterwelt suchen, wundern sich zwar ein wenig darüber, nehmen aber keinen Anstoß daran. Sie fügen sich brav dem Befehl des geschäftig auftretenden Impresarios, der keinen Widerspruch duldet und auch sonst den Eindruck macht, als habe er im Hause Rothe/Jentsch das Sagen.
📌 Kaynak
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