Wie Gentrifizierung einen kleinen Ort in der Uckermark verändert

📌 Diğer 📰 Tagesschau 🕐 3 gün önce
Wie Gentrifizierung einen kleinen Ort in der Uckermark verändert

Wald, Seen und ganz viel Platz: Der kleine Ort Gerswalde in der Uckermark hat Berliner angelockt. So kommen Leben, Kaufkraft und kreative Impulse in den Ort - aber auch Konflikte zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen. Von H. Oelert und K. Breinig. [ mehr ]

Wald, Seen und viel Platz: Der kleine Ort Gerswalde in der Uckermark hat Berliner angelockt. So kommen Leben, Kaufkraft und kreative Impulse in den Ort - aber auch Konflikte zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen.

Am Samstagvormittag wird es voll in Gerswalde in der Uckermark. Am Straßenrand parken dutzende Autos, ein Strom von Menschen flaniert die Dorfstraße entlang. Ihr Ziel: "Der große Garten", eine Art Wunderland für stadtmüde Tagestouristen aus Prenzlauer Berg, Mitte oder Kreuzberg. Hier finden sie alles, was sie in Berlin auch haben, Galerien, Cafés nur mit Weitblick in die Uckermark. Mina Mahouti hat hier ihr Bistro eröffnet - zum "Soft opening" hat es Grilled Cheese Sandwich und Tiramisu gegeben zu Berliner Preisen.

Die Alteingesessenen trifft man nicht im "Großen Garten", sondern im Dorfladen. Berührungspunkte? Gibt es nicht. "Was sie da veranstalten, wissen wir noch nicht. Und einen eigenen Garten haben wir auch", sagt einer und verschwindet, so wie die meisten Besucher nach dem Wochenendausflug. Auch Bistrobetreiberin Mina Mahouti pendelt. "Ich finde einfach die Abwechslung ganz gut. Stadt und Land. So komplett alles in Berlin abreißen finde ich ein bisschen zu radikal."

Gerd Henselin lebt seit seiner Geburt in Groß Fredenwalde, einem Ortsteil von Gerswalde, auch seine Eltern und Großeltern sind hier aufgewachsen. Er hat miterlebt, wie sein Dorf immer leerer wurde, weil in der strukturschwachen Region die Arbeitsplätze wegfielen.

Vor 100 Jahren lebten in der Gemeinde noch 400 Menschen. Heute sind es, so erzählt er, noch maximal 85, die ihren Hauptwohnsitz in Groß Fredenwalde haben. "Im Wesentlichen sind alle Häuser, die hier freigezogen werden, wo Menschen verstarben oder weggezogen sind, an Berliner oder zumindest in Berlin wohnende Menschen verkauft worden", sagt er.

Der Dorfladen von Gerswalde - hier trifft man die Alteingesessenen.

Die Einkommen in den Städten sind höher als auf dem Land. Deshalb können viele Berliner auch mehr bieten, wenn Häuser verkauft werden. Und so müssen Einheimische auf die wenigen Mietswohnungen ausweichen. In der ehemaligen Schule sind Ferienwohnungen entstanden, die Schule selbst ist schon lange geschlossen.

Im alten Gutshaus ist zumindest ein bisschen Leben eingezogen. Früher gehörte es der Familie von Arnim, heute einer ehemaligen Medienmanagerin aus Berlin. Mehrere Millionen Euro hat sie in die Renovierung und Sanierung gesteckt. Wenn ihr Kind mit der Schule fertig ist, will Maria von Borcke öfter im Dorf leben. So lange bleibt es ihr Wochenendidyll - mit Tennisplatz und Pool. In einem Stallgebäude

📌 Kaynak

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