Nahost: Außenminister kritisieren Eskalation im Libanon
Johann Wadephul und seine britische Amtskollegin sind besorgt über Israels erneute Angriffe im Libanon. Der UN-Sicherheitsrat will eine Dringlichkeitssitzung abhalten.
Außenminister Johann Wadephul äußert sich besorgt über das Vorrücken der israelischen Armee im Südlibanon, fordert ein Ende der Eskalation und den Schutz der Zivilbevölkerung. Britische und französische Politiker kritisieren ebenfalls die Militäraktionen und fordern Einhaltung des Waffenstillstands. Israels Regierungschef Netanjahu bezeichnet die Einnahme der Burg Beaufort als entscheidenden Schritt im Kampf gegen die Hisbollah. Die USA drängen auf eine neue Waffenruhe und vermitteln zwischen den Konfliktparteien. Die Situation im Nahen Osten bleibt weiterhin angespannt, während der UN-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung plant.
Außenminister Johann Wadephul hat sich besorgt über das Vorrücken der israelischen Armee im Südlibanon geäußert. Es handle sich zwar um eine Reaktion auf die Angriffe der Hisbollah-Miliz, die aufhören müssten. Eine weitere Eskalation verschärfe jedoch die Lage und sorge für neue Fluchtbewegungen. »Wenn es aber Zivilistinnen und Zivilisten sind, die den Preis einer militärischen Eskalation zahlen und Teile des Libanon dauerhaft unbewohnbar werden, macht das Israels Nachbarschaft langfristig nicht sicherer«, sagte der CDU-Politiker. Israel müsse die Zivilbevölkerung schützen.
Gleichzeitig müsse die proiranische Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels einstellen, schrieb Wadephul in einer Erklärung, die das Auswärtige Amt veröffentlichte. Alle Konfliktparteien seien »dringend aufgefordert«, die Kampfhandlungen einzustellen und zum vereinbarten Waffenstillstand zurückzukehren.
Der Schlüssel zu einer Stabilisierung des Libanon liege in einer Stärkung des libanesischen Staates, sagte Wadephul. Die libanesische Regierung müsse entschieden gegen die Hisbollah vorgehen und Libanon sein Gewaltmonopol auf seinem gesamten Territorium ausüben. In der kommenden Woche sind weitere direkte Gespräche zwischen den Regierungen Libanons und Israels in Washington geplant. Dies sei »der richtige Kanal, um Erfolge zu erzielen«, sagte Wadephul.
Auch die britische Außenministerin Yvette Cooper kritisiert Israel für die neuen Angriffe im Libanon. Die Eskalation der Aktivitäten des israelischen Militärs im Libanon habe zum Tod und zur Vertreibung von Zivilisten, zur Zerstörung der Infrastruktur und zur Einschränkung des diplomatischen Handlungsspielraums geführt und müsse beendet werden, teilte sie mit. »Alle Seiten müssen den Waffenstillstand einhalten und in gutem Glauben in Verhandlungen eintreten«, schrieb Cooper auf X und fügte hinzu, dass auch die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel beenden müsse.
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