Mexiko: Mexikos Präsidentin wirft USA Einmischung vor
US-Behörden sollen die Auslieferung von zehn Mexikanern verlangt haben. Präsidentin Claudia Sheinbaum kritisiert das als Einmischung in innere Angelegenheiten.
Mexikos Präsidentin Sheinbaum weist US-Einmischung zurück und betont die Souveränität ihres Landes. Das US-Justizministerium forderte die Auslieferung von zehn Mexikanern, darunter ein Gouverneur, ein Bürgermeister und ein Senator. Sheinbaum warnt vor Einflussnahme auf zukünftige Wahlen und bezeichnet Mexiko als keine Piñata. Informationsveranstaltungen sollen die nationale Souveränität verteidigen. Eine Verfassungsreform ermöglicht die Annullierung von Wahlen bei ausländischer Einmischung.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat die USA beschuldigt, sich in innere Angelegenheiten ihres Landes einzumischen. »Wir akzeptieren keine Einmischungen. Wir sind ein freies, unabhängiges und souveränes Land«, sagte Sheinbaum während einer Kundgebung anlässlich des zweiten Jahrestags ihres Wahlsiegs vor Anhängerinnen und Anhängern in Mexiko-Stadt.
Eine Behörde des US-Justizministeriums hatte zuvor Sheinbaums Angaben zufolge die Festnahme von zehn Mexikanern zur Auslieferung verlangt. Unter ihnen sind demnach ein Gouverneur, ein Bürgermeister und ein amtierender Senator. Weitere Einzelheiten nannte die Staatschefin nicht. Ihre Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Wenn aus dem Ausland bestimmt werde, wer schuldig sei und wer nicht, oder Druck auf mexikanische Institutionen ausgeübt werde, gehe es nicht mehr um Zusammenarbeit, sondern um Einmischung, sagte Sheinbaum. »Mexiko ist die Piñata von niemandem«, fügte sie hinzu. Der Begriff Piñata bezeichnet in Lateinamerika eine etwa aus Pappmaché gefertigte Puppe, die zum Beispiel zu Kindergeburtstagen mit Süßigkeiten gefüllt und dann zerschlagen oder zu Silvester als Symbol für das alte Jahr verbrannt wird.
Die Präsidentin rief ihre Unterstützer dazu auf, in den kommenden Wochen Informationsveranstaltungen auf öffentlichen Plätzen abzuhalten. Dort solle über die Verteidigung der nationalen Souveränität informiert werden.
Aktuell wird das Thema ausländische Einflussnahme in Mexiko mit Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr verstärkt diskutiert. Erst kürzlich billigte das Parlament eine Verfassungsreform, die bei nachgewiesener Einmischung aus dem Ausland eine Annullierung von Wahlen ermöglichen soll. Nächstes Jahr werden in Mexiko die beiden Kammern des Kongresses neu gewählt.
📌 Kaynak
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