Sexuelle Belästigung: Was kann ich tun, wenn mein Fahrlehrer mich angrapscht?
Ein Gericht verurteilt einen Täter und warnt drastisch vor sexuellen Übergriffen und der Macht der Lehrer. Behörden wirken hilflos. Wie man junge Frauen besser schützt.
Fahrlehrer missbraucht Fahrschülerin - endgültiges Berufsverbot nach jahrelangen Übergriffen. Strukturelles Risiko in der Fahrschulausbildung für sexuelle Belästigung. Internationale Beispiele zeigen Handlungsbedarf in Deutschland auf. Forderung nach mehr Frauen in der Branche und klaren Verhaltensregeln. Reform der Fahrschulausbildung ohne explizite Präventionsstandards.
Vor einer Theoriestunde fasste er ihr an die Wange, kam ihr dabei so nah, dass sie zurückschreckte, und sagte ihr in derben Worten, dass er Sex mit ihr haben wolle. Auf dem Weg zum Fahrschulauto schlug er ihr auf das Gesäß. Als sie sich umdrehte, grinste er sie an. Und auch auf WhatsApp und Facebook teilte er ihr mit, was er alles mit ihr anstellen wolle. Er, der Fahrlehrer Mitte 40, sie die 18-jährige Fahrschülerin.
Die junge Frau habe das Verhalten »als erniedrigend und abstoßend« empfunden, heißt es in Akten der bayerischen Justiz zu dem Fall. Die wiederum nur aktiv werden konnte, weil die Schülerin die Kraft besaß, die Übergriffe ihres Lehrers zur Anzeige zu bringen. Das Amtsgericht Rosenheim verurteilte den Mann wegen sexueller Belästigung zu einer Geldstrafe. Das Landratsamt entzog ihm daraufhin seine Fahrlehrerlizenz. Doch erst jetzt ist klar, nach einem endgültigen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom März dieses Jahres: Er wird seine Lehrerlaubnis auch nicht wiederbekommen.
Eine einmalige Verfehlung? Nein. Staatsanwälte und Richter haben den Weg des Mannes nachgezeichnet. Seit Beginn seiner Tätigkeit als Fahrlehrer im Jahr 1999 gab es immer wieder Beschwerden über ihn, bei seinen Arbeitgebern, bei der Polizei. Von völlig unakzeptablen Äußerungen gegenüber teilweise minderjährigen Fahrschülerinnen ist zu lesen in den Justizakten, von ungewollten Umarmungen und sogar Nachstellungen. Über mehr als 20 Jahre ging das so. Bis die Verwaltungsrichter ihm endgültig die Ausübung dieses Berufs verboten und dabei eine deutliche Warnung in ihren Beschluss hineinschrieben – nicht als Generalverdacht, sondern als Beschreibung eines strukturellen Risikos: »Bei der Fahrschulausbildung ergeben sich besondere Gefahren für die sexuelle Selbstbestimmung, die Ehre, das seelische und das körperliche Wohlbefinden der typischerweise jugendlichen oder heranwachsenden Fahrschüler, insbesondere der Fahrschülerinnen.«
Wer juristische Datenbanken und Medienarchive durchforstet, findet tatsächlich immer wieder Hinweise darauf, dass Fahrlehrer ihr Autoritäts- und Vertrauensverhältnis gegenüber Schülerinnen ausnutzen. Und das nicht nur in Deutschland: In Großbritannien berichtet die Dri
📌 Kaynak
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