Israel will wieder Beirut angreifen - Ministerin bricht Reise ab
Israel hat seine Offensive im Libanon ausgeweitet und neue Angriffe auf Hisbollah-Ziele in Beirut angeordnet. Viele Anwohner flüchten. Ministerin Radovan brach eine Libanon-Reise kurzfristig ab. Die EU kritisierte das Vorgehen Israels.[ mehr ]
Israel hat seine Offensive im Libanon ausgeweitet und neue Angriffe auf Hisbollah-Ziele in Beirut angeordnet. Viele Anwohner flüchten. Ministerin Alabali Radovan brach eine Libanon-Reise ab. Die EU kritisierte das Vorgehen Israels.
Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon eskaliert weiter: Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz haben Angriffe auf den südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut gelegenen Vorort Dahijeh angeordnet.
Daraufhin begannen zahlreiche Menschen, aus dem betroffenen Viertel zu fliehen. Auf vielen Straßen stauten sich die Fahrzeuge.
Die Angriffe auf das Wohngebiet im Süden der libanesischen Hauptstadt, wo die Hisbollah-Miliz unter anderem Tunnel- und Bunkeranlagen haben soll, seien eine Antwort auf wiederholte Verletzungen der Waffenruhe, so die Begründung aus Israel. Denn die Hisbollah attackiert Israel, vor allem den Norden des Landes, seit Kriegsbeginn in Iran mit Raketen und Drohnen - immer wieder wird dort Luftalarm ausgelöst.
Wenig später rief das israelische Militär die Bewohner sämtlicher südlicher Vororte von Beirut zur Flucht auf. Auf Arabisch schrieb ein Armeesprecher auf der Plattform X, die Menschen sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen.
Sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte und Ortschaften fortsetzen, werde die israelische Armee mit Angriffen auf Ziele in den südlichen Vororten Beiruts reagieren. Es ist der erste Aufruf dieser Art für das Gebiet seit Inkrafttreten der Waffenruhe.
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Diese wurde im April vereinbart. Allerdings war die pro-iranische Hisbollah-Miliz selbst nicht Vertragspartei. Sie lehnte die Verhandlungen ab und setzte ihre Angriffe fort. Israel weitete daraufhin die Bodenoffensive aus und rückte im Libanon weiter vor. Das aktuelle Zeitfenster könnte die israelische Regierung nun nutzen, um im Südlibanon militärische Tatsachen zu schaffen, erklärt ARD-Korrespondent Julio Segador.
Die israelische Regierung könnte laut Segador außerdem ein umfassenderes Friedensabkommen zwischen der US-Regierung und Iran fürchten, das mit starkem Druck aus Washington auf Israel einhergehen könnte. "Das Vorgehen könnte der Versuch sein, vor einem drohenden diplomatischen Diktat aus den USA die militärische Dominanz im Süden des Libanon zu zementieren", so Segador.
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📌 Kaynak
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