Rechtsextremismus: Neonazi Liebich soll an Deutschland ausgeliefert werden
Ein Gericht im tschechischen Plzeň hat die Auslieferung von Marla-Svenja Liebich nach Deutschland angeordnet. Dort steht für die Person eine Haftstrafe an.
Neonazi Marla-Svenja Liebich soll von Tschechien nach Deutschland ausgeliefert werden, nachdem sie in Tschechien festgenommen wurde. Liebich, ehemals Sven Liebich, wurde in Deutschland wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Haftstrafe verurteilt. Die Person weigert sich, in ein Männergefängnis überstellt zu werden und kämpft gegen die Auslieferung. Das Oberlandesgericht in Prag muss nun über die Beschwerde entscheiden, bevor Liebich nach Deutschland überführt wird. Die Geschichte von Marla-Svenja Liebich wirft Fragen zur Behandlung von Transpersonen im Strafvollzug auf.
Neonazi Marla-Svenja Liebich soll von Tschechien nach Deutschland ausgeliefert werden. Das hat das Landgericht im tschechischen Plzeň (Pilsen) angeordnet. Liebich kann gegen die Entscheidung Beschwerde einreichen, sie ist noch nicht rechtskräftig.
In Deutschland steht nach einem Urteil für den Rechtsextremisten Sven Liebich, der sich inzwischen Marla-Svenja nennt, eine Haftstrafe an: Liebich war im Juli 2023 – damals noch als Sven Liebich – vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Die Berufung dagegen scheiterte, ebenso wie später die Revision. Anfang 2025 war bekannt geworden, dass Liebich den Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich und den Vornamen in Marla-Svenja hat ändern lassen.
Nachdem Liebich nicht zum Haftantritt im Frauengefängnis Chemnitz erschienen war, wurde die Person seit Ende August 2025 zunächst deutschland-, dann europaweit gesucht. Anfang April wurde Neonazi Liebich an der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland festgenommen und sitzt seitdem in tschechischer Haft.
Zum Prozessauftakt in Plzeň hatte Liebich die Befürchtung geäußert, in Deutschland in ein Gefängnis für Männer gebracht zu werden, und lehnte eine Auslieferung erneut ab. Im Gefängnis in Plzeň sind mehr als 1.200 Häftlinge untergebracht. Es ist überwiegend ein Männergefängnis, es gibt aber auch vereinzelt weibliche Insassinnen.
Liebich hat nun einige Tage Zeit, um Beschwerde gegen die Anordnung des Gerichts einzureichen. Entscheiden müsste darüber dann das Oberlandesgericht in der tschechischen Hauptstadt Prag.
Sobald die Entscheidung über die Auslieferung rechtskräftig ist, soll Liebich an die deutschen Behörden übergeben und in die Justizvollzugsanstalt nach Chemnitz gebracht werden. Es ist anzunehmen, dass nach Eintreten der Rechtskraft nur wenige Tage vergehen, bis Liebich ausgeliefert wird.
📌 Kaynak
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