Israels Offensive im Libanon: Bilder vom Vormarsch stärken die Hisbollah
Der Vormarsch israelischer Bodentruppen im Libanon ist Werbung für die Hisbollah, meint Moritz Behrendt . Er erinnert an den Aufstieg der Terrormiliz, als Israel den Libanon besetzt hatte.[ mehr ]
Die Hisbollah wurde populär, als Israel den Libanon besetzt hatte. Nun ist die Armee wieder tief ins Land eingedrungen - viele befürchten, sie könnte bleiben. Für die Hisbollah wäre das ein Gewinn.
"Der Ruhm wird nicht durch Reden aufgebaut, sondern durch den Klang der Schritte der Soldaten." So feiert ein israelischer Militärsprecher die Einnahme der mittelalterlichen Festung Beaufort im Südlibanon. Dass nun die israelische Fahne über der Ruine des Bauwerks weht, hat symbolische Bedeutung.
Israel kann sich als erfolgreicher Eroberer darstellen - die Auswirkungen könnten aber andere sein, als sich die Regierung Netanjahu das vorstellt. Die Bilder von der Burg Beaufort und den vorrückenden israelischen Soldaten schwächen die libanesische Regierung, mit der Israel eigentlich verhandelt und sie stärken die Hisbollah.
Der Kampf gegen israelische Soldaten auf libanesischen Boden während der israelischen Besatzung von 1982 bis 2000 hat die Hisbollah im Libanon populär gemacht. Als die israelischen Truppen danach frustriert abgezogen sind, wurde die schiitische Miliz in der gesamten arabischen Welt gefeiert.
Der neuerliche Vormarsch israelischer Bodentruppen ist daher die beste Werbung für die Hisbollah. Dabei hatte die pro-iranische Gruppierung in den vergangenen Jahren viel dafür getan hat, ihren Kredit im Libanon zu verspielen: durch Korruption, durch Attentate im eigenen Land - vor allem aber, indem sie sich in Kriege eingemischt hat, von denen viele Libanesen sagen "damit haben wir nichts zu tun". Etwa in Syrien an der Seite der Assad-Diktatur, zur Unterstützung der Palästinenser in Gaza und als Vergeltung für die Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei.
Die libanesische Regierung dagegen steht nackt dar vor der nächsten Verhandlungsrunde, die ab morgen in Washington geplant ist. Sie kann nur um eine Waffenruhe betteln - und werben für das Vorhaben, die eigene Armee zu stärken, um ein Gegengewicht zur Hisbollah zu bilden.
Mit diesem Plan ist Libanons Präsident Joseph Khalil Aoun vor knapp eineinhalb Jahren angetreten. Es gab Fortschritte, wenn auch zögerliche und langsame. Das hatte damit zu tun, dass die libanesische Regierung kaum Durchsetzungskraft hat, aber auch damit, dass Israel und die USA Aouns Plan systematisch unterlaufen haben.
Israel hat Ziele im Libanon bombardiert, als eigentlich eine Waffenruhe galt - auch in Phasen, als die Hisbollah das Nachbarland nicht angegriffen hat. Und als Aoun direkte Gespräche mit Israel angeregt hat, wurde er von der Netanjahu-Regierung zunächst ignoriert. In Washington, so hieß es, fand sich
📌 Kaynak
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