Hamburg zieht Olympia-Bewerbung zurück
Für die Gegner der Olympia-Bewerbung war es ein unerwartet deutlicher Erfolg. Hamburger Erster Bürgermeister Tschentscher sagte, er habe dem DOSB mitgeteilt, dass man die Bewerbung für die Olympischen Spiele zurückziehe.[ mehr ]
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sieht die Arbeit seines rot-grünen Senats durch das deutliche "Nein" der Hamburgerinnen und Hamburger zu den Olympia-Plänen nicht beschädigt. Das sagte er am Tag nach der Entscheidung gegen eine Hamburger Olympia-Bewerbung.
Viele in der Stadt seien über das Ergebnis des Referendums enttäuscht - "wir sind es auch", so Tschentscher. Er habe sich im Vorfeld des Referendums "sehr unterstützt" gefühlt, "bei den Zielen, die wir ja mit Olympia verbunden haben", sagte er am Montag im Hamburger Rathaus. Beim Olympia-Referendum hatte sich am Sonntag eine Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger gegen eine Bewerbung ihrer Stadt um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Hamburg zieht seine Olympia-Bewerbung deshalb zurück.
Das Nein zum Referendum erklärt sich Tschentscher mit tiefer liegenden Befürchtungen, zum Beispiel zu Mietsteigerungen, oder aus einer Skepsis gegenüber Großprojekten. Bei der Abstimmung hatten in den ärmeren Stadtteilen mehr Menschen gegen eine Bewerbung für die Sommerspiele gestimmt als in den wohlhabenderen. "Das muss uns schon zu denken geben", sagte der Bürgermeister am Montagabend selbstkritisch im NDR Hamburg Journal.
Trotz der Mehrheit gegen Olympische und Paralympische Spiele werde man viele Impulse und Ideen aus dem Bewerbungskonzept weiterverfolgen. Hamburg werde eine Active City bleiben, in der der Sport zu Hause ist, so Tschentscher. Laut Sportsenator Andy Grote (SPD) soll die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen weiter ausgebaut werden. Auch große Sportveranstaltungen und ein neues Stadion im Volkspark soll es weiter geben.
Für die Gegner der Olympia-Bewerbung war es am Sonntag ein unerwartet deutlicher Erfolg. Um 20.31 Uhr war die Auszählung abgeschlossen. 54,9 Prozent (357.911) der teilnehmenden Wahlberechtigten stimmten gegen eine Kandidatur Hamburgs für die Olympischen Spiele - 45,1 Prozent (293.819) stimmten dafür. Insgesamt nahmen 651.730 Hamburgerinnen und Hamburger an der Abstimmung teil. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,6 Prozent.
Das amtliche Endergebnis des Olympia-Referendums soll spätestens am 25. Juni vorliegen.
Bewerbungschef Steffen Rülke sprach davon, dass man im Sport auch in Würde verlieren können müsse. Er wünsche den anderen deutschen Bewerberstädten nun viel Erfolg. Der Deutsche Olympische Sportbund setzt die Bewerbung um Sommerspiele mit Berlin, München und Köln Rhein-Ruhr fort - aber ohne Hamburg.
Für Norbert Aust, Präses der Handelskammer, hängt die Zukunft der Stadt zwar nicht von Olympia ab - Im Wettbewerb um Bundesgelder fü
📌 Kaynak
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