Migration: Zahl der Asylanträge deutlich gesunken
Im Mai sind in Deutschland so wenig Asylanträge gestellt worden wie zuvor in Pandemiezeiten. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Erstanträge um rund 30 Prozent.
Die Zahl der Asylanträge sinkt erneut: Im vergangenen Monat wurden beim Bamf nur 5.556 Erstanträge gestellt, ein Rückgang um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bundesinnenminister Dobrindt sieht den Erfolg der Migrationspolitik der Regierung bestätigt, plant aber auch erleichterte Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber. Migrationsforscher hingegen führen den Rückgang auf die Lage in Herkunfts- und Transitländern zurück. Auch die Nettozuwanderung insgesamt ist rückläufig, was laut Statistischem Bundesamt bereits im Vorjahr zu beobachten war.
Die Zahl der Asylanträge ist erneut deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im vergangenen Monat 5.556 Asylerstanträge gestellt. Zuletzt war die Zahl während der Coronapandemie 2020 so gering gewesen, als aufgrund der Beschränkungen kaum Menschen nach Deutschland einreisen konnten.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht die Zahl der Erstanträge einem Rückgang um rund 30 Prozent. Schon im April hatten deutlich weniger Menschen (6.144) erstmals einen Asylantrag in Deutschland gestellt als im entsprechenden Monat des Vorjahres.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) schrieb den Rückgang der Flüchtlingspolitik der schwarz-roten Bundesregierung zu: »Die Migrationswende setzt sich fort.« Ziel der Regierung sei weiterhin, »die Migration wirksam zu ordnen und die Belastungen weiter zu reduzieren«, sagte Dobrindt. Der Innenminister hatte zuvor bereits angekündigt, ein Gesetz vorbereiten zu wollen, das die Abschiebung von Schutzsuchenden, deren Asylanträge abgelehnt wurden, erleichtern soll.
Migrationsforscher widersprechen der Behauptung, der Rückgang sei auf die Migrationspolitik der Bundesregierung zurückzuführen und sehen die Gründe für die sinkenden Asylanträge stattdessen in den Situationen in Herkunftsländern wie Syrien und Aufnahme- bzw. Transitstaaten wie dem Iran oder der Türkei.
Auch die Nettozuwanderung insgesamt ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts zurückgegangen. Schon im vergangenen Jahr sank die Zahl der nach Deutschland zugewanderten Personen um rund 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024.
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