Anthropic-Sperre setzt Europas digitale Souveränität unter Druck
US-Exportkontrollen zeigen die Verwundbarkeit Europas beim Zugang zu zentralen KI-Technologien und verschärfen die Debatte um digitale Unabhängigkeit
US-Exportkontrollen zeigen die Verwundbarkeit Europas beim Zugang zu zentralen KI-Technologien und verschärfen die Debatte um digitale Unabhängigkeit
Im Gastblogbeitrag schreibt Nils Sandeck, dass die Sperre von KI-Produkten des US-Unternehmens Anthropic infolge staatlicher Exportkontrollen Europas Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen wie OpenAI, Google, Meta, Nvidia und SpaceX verdeutlicht.
Der Zugang zu Anthropic Mythos wurde für Nicht-US-Bürger per Regierungsanordnung gesperrt und Anthropic sperrte es darauf für sämtliche Nutzer. Auch das neueste Modell von Open-AI ist für Europa erstmal nicht verfügbar. Europa wurde somit von wichtiger Technologie abgeschnitten.
Bei Anthropic handelt es sich um ein US-amerikanisches Forschungs- und Sicherheitsunternehmen für Künstliche Intelligenz. Anthropic wurde 2021 von ehemaligen Mitarbeiten von OpenAI (ChatGPT) gegründet. Das Unternehmen setzt laut eigenen Angaben im besonderen Maße auf Sicherheit in der KI-Forschung und bei KI-Produkten.
Bekannt wurde Anthropic insbesondere durch den Ansatz der sogenannten "Constitutional AI", bei dem KI-Modelle anhand festgelegter Prinzipien und Regeln trainiert werden, um schädliche, irreführende oder gefährliche Antworten möglichst zu vermeiden. Das Produkt mit dem höchsten Bekanntheitsgrad ist "Claude" und ist ähnlich wie ChatGPT basierend auf großen Sprachmodellen. Es kann für Aufgaben wie Textgenerierung, Recherche, Programmierung und Datenanalyse eingesetzt werden.
Die US-Regierung hat per Anordnung den Zugang zu den Produkten Fable 5 und Mythos 5 für Ausländer eingeschränkt. Anthropic kommt der rechtlich bindenden Anordnung der US-Regierung nach und stellt den Zugang zu Fable 5 und Mythos 5 darüber hinaus für sämtliche Nutzer ein. Die Maßnahme der US-Regierung wurde mittels Exportkontrolle gestaltet. Der Zugang zu anderen Produkten von Anthropic bleibt weiterhin erhalten. Die Europäische Kommission ist derzeit im Bewertungsprozess der Maßnahmen der US-Regierung und merkt durch ihren Kommissionssprecher für technologische Souveränität an, dass Notfallmaßnahmen nicht diskriminierend gegenüber Partnern sein dürfen.
Als Grundlage für die Einschränkung wird seitens der US-Regierung genannt, dass das Produkt genutzt werden könne, um Lücken in Sicherheitsinfrastrukturen zu entdecken. Anthropic verweist darauf, dass andere öffentliche Produkte ebenfalls dieselben Sicherheitslücken entdecken können. Bei diesen ist das Suchen nach Sicherheitslücken sogar ohne Umgehung der Sicherheitsmechanismen möglich. Weiter würden die Verletzungen der Sicherheit nur ein geringes Ausm
📌 Kaynak
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