Friedrich Merz und Hendrik Wüst: Vom Dementieren und Demontieren

📌 Diğer 📰 Zeit Online 🕐 3 gün önce
Friedrich Merz und Hendrik Wüst: Vom Dementieren und Demontieren

Merz trifft Wüst: Nach Gerüchten, der eine könnte den anderen ersetzen, ist das plötzlich eine große Geschichte. Die Autorität des Kanzlers? Erschüttert.

Die politische Woche nach dem Kanzlertausch-Gerücht war geprägt von ungewöhnlichen Begegnungen und fehlender Kommunikation. Merz und Wüst trafen sich im Welcome Hotel Meschede, ohne ein gemeinsames Statement abzugeben. Die Distanz einflussreicher Ministerpräsidenten zu Merz wurde deutlich, während die CDU-Spitze erneut uneinig wirkte. Merz' Autorität hängt nun an der Umsetzung struktureller Reformen bis Juli, um die Bevölkerung zu überzeugen. Die kommende Woche verspricht einen Austausch mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden im Kanzleramt.

Die Woche danach beginnt wie aus dem Drehbuch einer bösen Politserie. Nachdem das Gerücht, Hendrik Wüst könnte Friedrich Merz als Kanzler ablösen, tagelang Teile der politischen Öffentlichkeit in hellste Aufregung versetzte, treffen ebenjene Hauptfiguren nun aufeinander, in ungewohntem Setting: Merz begegnet Wüst, in der Heimat von Merz, aber auf einer Veranstaltung von Wüst. Location sowie tauglicher Episodenname: Welcome Hotel Meschede.

Die sogenannte Mandatsträgerkonferenz, auf der Wüst als CDU-Landeschef zum wiederholten Male nordrhein-westfälische Abgeordnete aus Kommunen, Landtag, Bundestag und Europaparlament versammelt, war seit Monaten so geplant für diesen Montag und Dienstag. Nun steht sie plötzlich unter dem grellen Schlaglicht Kanzlertausch.

Und so rangen die Planer tagelang darum, ob Merz und Wüst ein gemeinsames Statement machen oder nicht (Ergebnis: kein Statement), schauten die Journalisten auf jede Regung bei der Begegnung der beiden, begleitete die Bild mit Liveticker (»12:10 Uhr: Kanzler-Familienfoto fällt aus! +++ 12:22: Rolle rückwärts! Jetzt doch ein Foto«). Mit dem Kanzler gab es am Montagmittag eine Aussprache zur politischen Lage. Um einen Kanzlertausch, so berichteten mehrere Teilnehmer der ZEIT im Anschluss, ging es dabei gar nicht mehr.

Natürlich nicht. Denn so verunsichert, desorientiert und enttäuscht von Merz die CDU in diesen Monaten auch sein mag, verweisen ihre Vertreter – sofern es um das konkrete Szenario eines unmittelbar bevorstehenden Kanzlertausches geht – nicht zu Unrecht auf eine entgleiste Scheindebatte. Nur wie konnte sie derart entgleisen?

Hinter den Beteiligten liegt eine Woche, in der man ihnen beim Hin- und Herüberlegen förmlich zuschauen konnte, ob sie dem Gerücht Kanzlertausch mit einem Dementi die Kraft nehmen könnten oder ihm nur noch zusätzliche Kraft verleihen würden, den geschwächten Kanzler womöglich weiter demontieren. Nicht immer fielen dabei die richtigen Entscheidungen.

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📌 Kaynak

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