Nach Ausfall: Veralteter Bahnfunk GSM-R laut Experten "strukturell anfällig"
Nach dem folgenschweren GSM-R-Ausfall fordert der VDE eine drastische Beschleunigung bei der Modernisierung. Um bundesweite Bahnausfälle künftig zu verhindern, soll der Wechsel auf den 5G-Nachfolgestandard FRMCS forciert werden. ( Deutsche Bahn , Mobilfunk )
Experten fordern, die Modernisierung des Bahnfunks GSM-R zu beschleunigen. "Um die Verkehrssicherheit und die Digitalisierung der Bahn nicht zu gefährden, müssen die technische Infrastruktur priorisiert, Notfallpläne für GSM-R-Ausfälle entwickelt und die Zusammenarbeit zwischen Verkehrs-, Digital- und Wirtschaftsministerium gestärkt werden", sagte(öffnet im neuen Fenster) Damian Dudek, Geschäftsführer der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ITG) am 29. Juni 2026. "Die Bedeutung der Kommunikationstechnik in unseren kritischen Infrastrukturen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden."
GSM-R sei aufgrund seines veralteten technischen Stands strukturell anfällig, weil es ein hierarchisches, zentralistisches Spezialnetz sei, dessen Ausfall den gesamten Bahnverkehr lahmlegen könne.
Ein Softwarefehler nach dem Tausch eines Switches war die Ursache für den Ausfall des Bahnfunks GSM-R in dieser Woche. Bei dem getauschten Gerät handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Core-Switch des IP-MPLS-Backbones (Multi-Protocol Label Switching) oder um einen Data-Center-Leaf/Spine-Switch in einem der zentralen Master-Rechenzentren der Bahn.
"Dies wäre eigentlich kein Problem gewesen, da die Systeme redundant ausgelegt sind und in diesem Fall auf das Parallelsystem umgeschaltet worden wäre", hieß es in der VDE-Kurzinformation, die Dudek mit anderen Experten verfasst hat. "Allerdings blieb das Umschaltsignal aus und es musste manuell geprüft und umgeschaltet werden."
Hoffnung auf Besserung macht den Autoren die geplante Implementierung des Future Railway Mobile Communication System (FRMCS). FRMCS basiert technologisch auf dem 3GPP-Standard für 5G-Mobilfunknetze, wobei die funktionalen Spezifikationen durch die UIC (Internationaler Eisenbahnverband) vorangetrieben und sukzessive in das europäische Eisenbahnrecht implementiert werden. Der Zeitplan sieht vor, dass FRMCS ab 2026 in Testfeldern parallel zu GSM-R betrieben wird, bevor es zwischen 2028 und 2032 auf den Hauptkorridoren ausgerollt und bis 2035 flächendeckend eingeführt wird.
Die Technologie wird bereits im digitalen Bahntestfeld der DB im Erzgebirge in Betrieb genommen und kommt dort auf Laborzügen zum Einsatz. Nokia und die Bahn hatten im September 2025 ein kommerzielles 1900-MHz (Band n101) 5G-Funknetz mit 5G-Standalone (SA) auf einer Außenteststrecke in Betrieb genommen. Zu den wichtigsten Funktionen gehören integrierte Failover-Funktionen, die bei Systemausfällen auf ein Backup umschalten, und Mechanismen, die Probleme eigenständig erkennen und beheben, sowie Echtzeit-Monitoring für
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