Die Grünen: Vielleicht ist der Fehler, dass es die Grünen gibt
Erstaunlich: In der Hitzedebatte sind die Grünen ganz und gar nicht die Partei der Stunde. Es wirkt ein verheerender Effekt – als wären die Grünen eine Bad-Bank.
Die Grünen stecken in der Klimakrise in der Defensive, obwohl sie als Experten gelten. Die Regierung reagiert halbherzig auf die Hitzewelle, während die Grünen ihr Thema nicht politisch ausschlachten können. Kritik und Emotionen landen zuverlässig bei ihnen, obwohl sie eigentlich profitieren sollten. Die Grünen sind in einem Dilemma gefangen: Ihr Thema wird monopolisiert, aber sie können es nicht dauerhaft groß machen. Eine Trendwende ist nur möglich, wenn es attraktiv wird, grüner als grün zu sein.
Eigentlich müssten die Grünen doch oben auf sein. Als diejenigen, die die Konzepte bereits durchdacht haben. Und denen man in dieser Krise Kompetenz zutraut. Die tagelange Hitze, die alles lähmt, den Menschen schadet oder sie gar tötet, die die Wirtschaft schwächt und die Infrastruktur zerstört, das ist doch eine Entwicklung, in der die Grünen helfen könnten – und die den Grünen helfen könnte. Aber nun sind sie schon wieder in der Defensive und müssen erst mal klarstellen, dass sie gar nichts gegen Klimaanlagen haben und deren flächendeckende Installation »exklusiv bei Bild« fordern.
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