Smartphones reparieren: Warum Hersteller uns mehr zutrauen sollten
Ein neues Gesetz soll es für Konsument:innen attraktiver machen, ihre Geräte reparieren zu lassen, statt neu zu kaufen und Elektroschrott zu produzieren. Die Intention dahinter ist gut, aber geht nicht weit genug, meint unser Autor. weiterlesen auf t3n.de
Ein neues Gesetz soll es für Konsument:innen attraktiver machen, ihre Geräte reparieren zu lassen, statt neu zu kaufen und Elektroschrott zu produzieren. Die Intention dahinter ist gut, aber geht nicht weit genug, meint unser Autor.
Das klingt jetzt vielleicht etwas nach nostalgischem Früher-war-alles-besser-Gerede, aber früher war eine Sache tatsächlich besser: die Reparierbarkeit von Geräten. Vor der Durchdigitalisierung der Autos zum Beispiel, als die zugrunde liegende Technologie hauptsächlich mechanisch war, konnte man noch selbst Hand anlegen. Wer sich aufschlaute, konnte so zumindest einige Ersatzteile in Eigenregie tauschen. Heute geht ohne einen Werkstattbesuch, bei dem immer der Bordcomputer nach Fehlercodes ausgelesen werden muss, nichts mehr.
Das trifft auch auf Heimelektronik zu. Früher konnte ich zumindest kinderleicht meinen Handy-Akku selbst tauschen. Mittlerweile sind Smartphone-Batterien verklebt und oft nur für Profis mit viel Fingerspitzengefühl austauschbar. Die DIY-Reparaturseite iFixit zum Beispiel bietet zwar eine Anleitung zum Akkutausch bei einem iPhone 17. Aber dafür sind 62 Schritte und Expertenwerkzeug nötig. Und auch Apple selbst bietet Reparaturanleitungen und ein Werkzeugset an – das allerdings nur zur Miete. Und das ist dann schon wieder eine Entmündigung und das Fördern von Abhängigkeit vom guten Willen eines Herstellers.
Um Reparieren etwas attraktiver zu machen, hat der Bundestag jetzt ein neues Gesetz verabschiedet und damit eine EU-Richtlinie zum Thema Recht auf Reparatur umgesetzt. Wer eines seiner Geräte aus den erfassten Produktgruppen einsendet, kann damit beispielsweise seine Gewährleistungsansprüche bei erfolgter Reparatur verlängern. Auch die Hersteller werden in Zukunft verpflichtet, Geräte zu einem angemessenen Preis zu reparieren – ein dehnbarer Begriff. Trotzdem ist dieses Gesetz gut und wichtig. Schließlich sollten wir selbst entscheiden dürfen, ob wir unsere Geräte weiterbenutzen und nur defekte Bauteile austauschen lassen wollen. Aber echte Unabhängigkeit schafft auch diese Richtlinie nicht.
Denn letzten Endes bestimmen nicht die Politik oder wir, was Hersteller für einen angemessenen Preis halten. Momentan verlangt Apple beispielsweise für einen Akkutausch bei einem iPhone 17 109 Euro, für ein neues Display über 400 Euro. Bei Wiederverkäufern wie Backmarket, Refurbed oder Rebuy bekomme ich für 300 bis 400 Euro mehr ein komplett überholtes Gebrauchtgerät. Ob sich Hardwareproduzenten an Preise wie die von iFixit halten, bei dem ein Akku plus Werkzeug im Shop rund 50 Euro kostet, ist höchst fraglich.
📌 Kaynak
Bu haber XML kaynağından derlenmiştir. Tamamı için orijinal habere gidin.
Orijinal haberi oku →