Auswirkungen der Geopolitik: Jetzt hängt alles an den Lieferketten. Wie gut sie halten? Unklar
Der Irankrieg hat Folgen für den Mittelstand. Besuch bei einem Unternehmer, der seine Lager füllt. Motto: »Puffern, puffern, puffern« – auch wenn das teuer wird.
Die Straße von Hormus sorgt für Turbulenzen in der Hautpflegebranche: Christopher Gerling, Chef des Mittelständlers Straub, kämpft mit steigenden Preisen für Rohstoffe aufgrund des Konflikts in der Region. Die Globalisierung macht den Mittelstand verwundbar, wie Gerling am eigenen Unternehmen erfährt. Trotz treuer Kunden muss er die höheren Kosten schlucken, um Marktanteile nicht zu verlieren. Mit einer Strategie des Pufferns versucht er, den Kostenanstieg abzufedern und plant bereits die Internationalisierung seines Geschäfts. Inmitten der geopolitischen Unruhen bleibt Gerling optimistisch, dass sein Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich sein wird.
Man kann Christopher Gerling kaum verübeln, dass er bei Hautpflege lange nicht an die iranischen Revolutionsgarden gedacht hat. Und dass er bis vor einigen Monaten nicht wusste, wo die Straße von Hormus ist, die der Iran seit Wochen immer wieder blockiert und in der es nun erneut zu Auseinandersetzungen gekommen ist. Geopolitik gehörte nicht zur Tagesordnung des 36-jährigen Chefs des Mittelständlers Straub, der in Wertheim Duschgel, Cremes und Parfüm herstellt. Wertheim ist mit seiner Burgruine zwar ein toller Ort für einen Tagesausflug, aber doch nicht für Weltpolitik!
Doch die Weltpolitik ist bei Gerling angekommen. So ziemlich alles, was er bei der Führung durch seine Fabrik zeigen kann, wird gerade teurer. Die Seifen, die Salze, die Duftöle, ja, sogar der Preis für Etiketten und Wellpappe steigt. Sein Geschäft ist gefährdet durch einen Konflikt, der 4.700 Kilometer entfernt in der Straße von Hormus manchmal tobt, manchmal ruht, manchmal beides. Und der ihn dazu zwingt, sich jeden Tag mit Geopolitik zu beschäftigen.
Die Globalisierung und der Mittelstand, das war lange ein Dreamteam. Über Jahrzehnte bauten Firmen ein Netzwerk auf, das Orte wie Wertheim mit der ganzen Welt verbunden hat. Rund die Hälfte des industriellen Mittelstands ist Teil »komplexer, globaler Wertschöpfungsketten«, schrieb das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) im Jahr 2023. Aber Globalisierung macht nicht nur erfolgreich, sondern auch verwundbar. Die Coronapandemie, der Krieg in der Ukraine, die US-Zölle und jetzt eben der Krieg im Iran zeigen: Der Draht in alle Welt wird zur Lunte, die Krise frisst sich so bis nach Wertheim.
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Anfang Mai führt Gerling durch eine große Fabrikhalle, entlang an Maschinen, die Cremetuben verschweißen und Deoroller auffüllen. In großen Plastikfässern werden Konservierungsstoffe, Salze und Duftöle angeliefert, die Straub in
📌 Kaynak
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