Venezuela: In der Katastrophe bricht die Wut durch
Die Wut in der Bevölkerung auf die Regierung in Venezuela wächst. Staat und Militär seien untätig, so die Kritik. Nun hat Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Machado ihre Rückkehr angekündigt. Von Jenny Bark e .[ mehr ]
Die Wut in der Bevölkerung auf die Regierung in Venezuela wächst. Staat und Militär seien untätig, so die Kritik. Nun hat Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Machado ihre Rückkehr angekündigt.
Im Katastrophengebiet entlädt sich die Wut. Dort, wo nun das Militär patrouilliert, schreit wütend ein Venezolaner mit Warnweste auf einen der Soldaten ein.
"Ihr könntet doch nicht einfach seit heute Mittag sagen, dass ich hier nicht durchkomme! Hier gibt es mehr Waffen als Schaufeln!"
Seit Freitag ist die so schwer von den Erbeben verwüstete Küstenregion La Guaira militarisiert. Offiziell, um das Chaos zu vermeiden. So sperrte das Militär die Zufahrtsstraßen in den besonders schwer getroffenen Bundesstaat La Guaira. Viele Freiwillige müssen sich seitdem registrieren, um Spenden, Lebensmittel und ihre Arbeitskraft anzubieten - doch die Registrierungsstellen sind oftmals geschlossen.
Da noch Zehntausende Menschen vermisst sind, werden weitere Opfer befürchtet. Die USA erweiterten ihre Hilfszusagen. mehr
In La Guaira sind vielerorts Soldaten zu sehen, die untätig neben den Trümmerbergen stehen. Währenddessen wendet sich Interimspräsidentin Delcy Rodríguez im venezolanischen Fernsehen an alle zivilen und internationalen Retter.
"Ich möchte jedem Helfer danken, dass er nach Venezuela gekommen ist. Jeder Spürhund, den Sie mitgebracht haben, bringt eine Botschaft der Liebe für unser Land."
Doch selbst diese Botschaft sorgt für Ärger in den sozialen Netzwerken. Rodriguez halte mit ihren Auftritten die sie umgebenden internationalen Rettungskräfte von ihrer Arbeit ab, so die Kommentare zu dem Video. Bei einem Besuch in einem besonders verwüsteten Viertel in Caracas wird Rodríguez ausgebuht. "Raus, raus", rufen sie. "Sie machen aus der Tragödie eine politische Kampagne!"
Wenn Sie für die Menschen in Venezuela spenden wollen, finden Sie hier Hilfsorganisationen und Bankverbindungen. mehr
Die Solidarität in der Bevölkerung ist groß: Eigenständig koordinieren sie die Hilfen. Die Diaspora, etwa acht Millionen Venezolaner, die in den vergangenen Jahren ins Ausland geflohen sind, haben Plattformen aufgesetzt, auf denen man Vermisste melden oder psychologische Hilfe bekommen kann.
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