Wie uns Google in der KI-Suche festhält – und wo stattdessen das freie Internet ist

📰 Gündem 📰 Germany 🕐 3 saat önce
Wie uns Google in der KI-Suche festhält – und wo stattdessen das freie Internet ist

Suchmaschinen waren über drei Jahrzehnte hinweg das Tor zum Internet. Sie führten uns in die entlegensten Ecken des Netzes. Doch durch die KI-Suche bleiben wir auf Googles Antwortseiten hängen, prangert unsere Kolumnistin an. weiterlesen auf t3n.de

Suchmaschinen waren über drei Jahrzehnte hinweg das Tor zum Internet. Sie führten uns in die entlegensten Ecken des Netzes. Doch durch die KI-Suche bleiben wir auf Googles Antwortseiten hängen, prangert unsere Kolumnistin an.

Die Suchleiste ist einfach nicht mehr das, was sie mal war. (Bild: ace03 / Shutterstock, S and V Design / Shutterstock, Bearbeitung: t3n)

Wir schreiben das Jahr 1996: Ich notiere mir auf einem Block URLs aus Zeitschriften, um sie später Zeichen für Zeichen in den Browser einzutippen. Ich bin zu dem Zeitpunkt zehn Jahre alt und das Open Web liegt mir zu Füßen. Also fast. Denn noch ist es wahnsinnig schwierig, neue Websites zu finden.

Julia Kloiber arbeitet als Mitgründerin der feministischen Organisation Superrr Lab an gerechten und inklusiven digitalen Zukünften. Für die gedruckte Ausgabe von Technology Review schreibt sie regelmäßig eine Kolumne. (Foto: Oliver Ajkovic)

Dann: Yahoo! Die Suchmaschine tritt in mein Leben und befreit mich ein für alle Mal von handgeschriebenen URL-Zetteln. Eine schlichte Liste mit zehn Treffern. Ganz simpel, ohne Werbung und sonstigen Schnickschnack. „Im Internet surfen“ wird nach und nach von „googeln“ abgelöst. Suchmaschinen werden das Tor ins World Wide Web. Sie führen mich zu Portalen, durch die ich immer wieder neue, abgelegene, skurrile, informative und heimelige Orte des Internets entdecke. Ich lande auf Blogs, in Foren, auf selbst programmierten Websites und krieche unzählige Rabbit Holes hinab.

Mit den Jahren wird die schlichte Liste mit zehn Treffern allerdings um allerlei Nerviges angereichert: Werbung, bezahlte Platzierungen und SEO-optimierte Inhalte. Rückblickend wirkt all das noch erstaunlich harmlos. Denn Google wird demnächst dank Künstlicher Intelligenz von einer Suchmaschine zu einer Antwortmaschine.

Wir surfen dann nicht mehr mit dem Surfbrett auf den weiten Ozean hinaus, sondern sitzen – wie bei der Biennale-Performance von Florentina Holzinger – auf einem Jetski in einem gefluteten Raum und drehen Runde um Runde im Kreis.

Denn geht es nach Google, sollen wir die KI-generierten Suchzusammenfassungen künftig gar nicht mehr verlassen. Sie sollen alle Antworten und alles Wissen liefern, von dem Google meint, dass wir es brauchen. Aus dem Tor wird eine weitere Kammer. Dabei hänge ich doch schon in diversen Social-Media-Echokammern fest und verirre mich nur noch selten ins „richtige Internet“.

Ein KI-freier Suchmaschinenkonkurrent bringt es so auf den Punkt: Ein Browser, der für dich surft, ist wie ein Roboter, den du mit Freunden zum Abendessen schickst und der dir anschließend

#war

📌 Kaynak

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