Bundesjugendspiele: Wie ich lernte, die Bundesjugendspiele zu lieben
Die Bundesjugendspiele sollen wieder Wettkampfcharakter bekommen. Unser Autor hat sie als Kind immer gehasst. Bis er nun als Vater selbst dort aushalf.
Die Bundesjugendspiele sind ein umstrittenes Thema, das Eltern, Kinder und Politiker gleichermaßen beschäftigt. Ein Vater berichtet von seinen Erfahrungen als Helfer bei diesem Sportevent und reflektiert dabei über Leistungsdruck, Wettkampf und den Sinn von sportlichen Vergleichen in der Schule. Während er mit Gummibändern jongliert und Kinder motiviert, stellt er fest, dass die Veranstaltung sowohl Macht als auch Ohnmacht in ihm auslöst. Zwischen Ehrgeiz und Ablehnung schwankend, erlebt er die Bundesjugendspiele als Teil einer gnadenlosen, aber auch faszinierenden Maschinerie. Am Ende erkennt er, dass es manchmal darum geht, Dinge für andere zu tun, auch wenn sie einem selbst nicht immer Spaß machen.
Als ich meinem ältesten Sohn erzählte, dass ich mich als Helfer für die Bundesjugendspiele angemeldet habe, war er erst mal nicht sehr begeistert. Seine Gründe reichen von »Das ist peinlich« bis hin zu »Ich will nicht, dass dich jemand sieht«. Da die Schule aber dringend jede helfende Hand brauchen kann, sagte ich, dass ich auf diese Bedenken heute keine Rücksicht nehmen kann.
Die Bundesjugendspiele finden in einem Stadion statt. Da ich nie gute Erfahrungen mit Sport gemacht habe – die Trainer deuteten stets über mich hinweg, wenn sie die Mannschaften aufstellten –, verzichte ich vorsorglich auf Sportklamotten. Ich habe nicht vor, hier irgendwie Sport zu machen. Ich stelle jedoch fest, dass die anderen Eltern, die heute assistieren, von Kopf bis Fuß ausgerüstet sind. So als warteten sie neben der Tartanbahn auf den Start ihres eigenen Weltrekordversuchs.
📌 Kaynak
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