Eurojust berät über angebliche ausländische Scharfschützen in Sarajevo

💰 Ekonomi 📰 Austria 🕐 5 saat önce
Eurojust berät über angebliche ausländische Scharfschützen in Sarajevo

Vorwürfe, dass während des Kriegs in Ex-Jugoslawien reiche Ausländer dafür bezahlt haben, in Sarajevo auf Zivilisten zu schießen, kursieren seit Monaten. Gesicherte Beweise dazu gibt es aber nicht

Vorwürfe, dass während des Kriegs in Ex-Jugoslawien reiche Ausländer dafür bezahlt haben, in Sarajevo auf Zivilisten zu schießen, kursieren seit Monaten. Gesicherte Beweise dazu gibt es aber nicht

Am Montag kamen Ermittler aus Italien, Österreich, Bosnien-Herzegowina und Belgien in Den Haag am Hauptsitz von Eurojust, der Agentur der Europäischen Union für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen, zusammen. Sie tauschten ihre bisherigen Ermittlungsergebnisse zu angeblichen ausländischen Scharfschützen aus, die während der Belagerung Sarajevos (1992-1995) auf Zivilisten gezielt haben sollen. Eurojust bestätigte dem STANDARD, dass das Treffen stattfand.

Die Agentur Reuters berichtete im Vorfeld, dass die Staatsanwaltschaft in Mailand derzeit nicht über genügend Beweise für eine Anklage verfüge. Die Ermittlungen in Italien beruhen auf Angaben des Autors Ezio Gavazzeni, der selbst nie in Sarajevo recherchierte. Gavazzeni behauptete, dass reiche westliche Ausländer am Wochenende während des Kriegs gegen den unabhängigen Staat Bosnien und Herzegowina nach Sarajevo gereist seien und dort auf Zivilisten geschossen hätten.

Gavazzeni betonte zudem, dass diesen Taten keine politischen oder religiösen Motive zugrunde lagen. Es habe sich ausschließlich um wohlhabende Menschen gehandelt, die zum persönlichen Vergnügen kamen. Außerdem behauptete er, dass diese reichen Ausländer Militärs von der belagernden Armee der Republika Srpska, die damals einen Teil von Bosnien und Herzegowina besetzte und ein Großserbien schaffen wollte, für das Schießen bezahlt hätten.

Obwohl Gavazzeni keinerlei Beweise lieferte, berichteten auch internationale Medien seit vergangenem Herbst in einer Art und Weise darüber, als ob es gesichert sei, dass diese Verbrechen tatsächlich passiert sind. Die Regeln von Verdachtsberichterstattung wurden in manchen Fällen nicht eingehalten.

Bei den Einvernahmen in Mailand stellte sich dann jedoch heraus, dass die Männer, etwa ein 80-jähriger LKW-Fahrer und ein 64-jähriger Jäger, eine rechtsradikale und faschistische Gesinnung pflegten – also durchaus politische Motive aufwiesen. Die Männer gaben allesamt an, dass die Vorwürfe nicht stimmen.

Durch die internationale Berichterstattung wurde zudem der Eindruck erweckt, als hätten vor allem Ausländer auf die Zivilisten in Sarajevo geschossen. Tatsächlich waren die Ausländer – etwa Russen, Weißrussen, Rumänen, Bulgaren, Griechen und ein Japaner – aber eine Minderheit. Die Soldaten der Armee der Republika Srpska (VRS), die Sarajevo belagerte, waren bosnische Serben, die vom Nachbarstaat Serbien "unterstüt

#euro

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