Giorgia Meloni zieht es in das Amt der Staatspräsidentin
Der italienischen Ministerpräsidentin werden schon länger Ambitionen auf die Staatsspitze nachgesagt. Jetzt geht die 49-jährige Römerin in die Offensive
Der italienischen Ministerpräsidentin werden schon länger Ambitionen auf die Staatsspitze nachgesagt. Jetzt geht die 49-Jährige in die Offensive
Seit Wochen ist es schwül-heiß in der Ewigen Stadt, ganz besonders unten im historischen Zentrum, am Fuß der berühmten sieben Hügel. Also auch an der Piazza Colonna, wo das Regierungsgebäude Palazzo Chigi steht. Auf der 30 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Piazza mit der Siegessäule von Marc Aurel und im Innenhof des Palazzo Chigi weht kein Lüftchen; die Luft steht und flimmert. Deutlich angenehmer ist es auf dem nur 700 Meter entfernten Quirinalshügel, wo eine Meeresbrise fast immer für etwas Kühlung sorgt. Früher wohnten in dem riesigen Palast auf dem Quirinal die Päpste, die genau wussten, wo es sich in den römischen Sommern aushalten ließ. Heute residiert in dem Prachtbau der italienische Staatspräsident.
In diesen drückend heißen Tagen denkt Italiens rechtsnationale Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nun plötzlich laut über einen Umzug vom Palazzo Chigi in den Quirinalspalast nach. "Es ist nicht gesagt, dass man dieses große Tabu nicht überwinden und einen Staatspräsidenten haben kann, der nicht dem Mitte-Links-Lager angehört", erklärte Meloni am Montagabend beim regierungsnahen TV-Sender Rete 4. Ein solches Szenario wäre natürlich "schrecklich für ein gewisses Establishment", fuhr die Regierungschefin fort. "Aber es wäre eine Möglichkeit, etwas Banales zu unterstreichen: Wer nicht links ist, ist nicht Sohn eines minderen Gottes."
In Wahrheit werden Giorgia Meloni schon seit längerem Ambitionen auf das Staatspräsidium nachgesagt. Nun aber soll bereits ein "Plan M" vorliegen, wie die ebenfalls regierungsnahe Zeitung La Verità zu berichten wusste. Konkret sei ein fliegender Wechsel vorgesehen: Zuerst gewinnt die Rechtskoalition 2027 die Parlamentswahlen und Meloni wird erneut Regierungschefin, und zwei Jahre später – im Februar 2029, wenn die Amtszeit des aktuellen Staatspräsidenten Sergio Mattarella endet – lässt sich Meloni von den vereinigten Parlamentskammern ins höchste Staatsamt wählen. Auch ihr Nachfolger an der Regierungsspitze steht gemäß den Berichten bereits fest: Ihr treu ergebener Staatssekretär Alfredo Mantovano soll neuer Ministerpräsident werden.
Meloni würde, sofern ihr Plan aufgeht, nicht nur als erste Frau an der Regierungsspitze, sondern auch als erstes weibliches Staatsoberhaupt der italienischen Republik in die Geschichtsbücher eingehen. Zur Verwirklichung ihres Traumes muss sie aber zuerst einmal die Hürde der Parlamentswahlen im kommenden Jahr überwinden. Dass sie ihren Wahler
📌 Kaynak
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