Keiko Fujimori tritt als Präsidentin Perus in die Fußstapfen ihres Vaters

📰 Gündem 📰 Austria 🕐 2 saat önce
Keiko Fujimori tritt als Präsidentin Perus in die Fußstapfen ihres Vaters

Bereits dreimal war die Tochter des verstorbenen Alberto Fujimori in die Stichwahl gekommen. Beim vierten Anlauf hat es die Rechtspolitikerin nun an die Staatsspitze geschafft

Bereits dreimal war die Tochter des verstorbenen Alberto Fujimori in die Stichwahl gekommen. Beim vierten Anlauf hat es die Rechtspolitikerin nun an die Staatsspitze geschafft

Einst war Keiko Fujimori offiziell die First Lady von Peru. Interessant daran ist vor allem, wie es dazu kam: Keikos Vater Alberto, Staatschef von 1990 bis 2000, hatte sich mit seiner Frau, Keikos Mutter Susana, spektakulär überworfen. Diese nämlich hatte ihn in aller Öffentlichkeit als Tyrannen beschimpft und ihm Korruption angelastet. Noch bevor es zur Scheidung kam, entzog Alberto Fujimori ihr den Titel der "Primera Dama" und gab ihn an seine damals erst 19-jährige Tochter Keiko weiter.

Auch wenn das Amt ein weitgehend zeremonielles ist: Der Schritt symbolisiert das politische Band, das zwischen Vater und Tochter herrschte – und das nun in der Wahl Keikos zur Präsidentin an den Urnen bestätigt wurde.

Geboren wurde Keiko Fujimori 1975 in Lima. Beide Elternteile waren Kinder japanischer Einwanderer. Nach der Schule studierte sie in den USA Betriebswirtschaft, kehrte zwischenzeitlich aber nach Peru zurück, um ihren Vater zu unterstützen, dem dort Korruption und Verstöße gegen die Menschenrechte vorgeworfen wurden. Alberto Fujimori floh nach Japan, von wo er nicht ausgeliefert werden konnte, weil er auch die japanische Staatsbürgerschaft besaß.

Daheim in Peru setzte sich Keiko an die Spitze der "Fujimoristas", die dem inzwischen entmachteten Präsidenten die Stange hielten. Ihre Ideologie: rechtskonservativer Autoritarismus, gepaart mit wirtschaftspolitischem Neoliberalismus. Keikos Engagement war gleichzeitig ihr Einstieg in die aktive Politik: 2006 wurde sie erstmals in den Kongress gewählt, 2010 gründete sie ihre Partei Fuerza Popular.

Nur ein Jahr später trat sie erstmals selbst bei Präsidentschaftswahlen an, präsentierte sich als Hardlinerin und schaffte es in die Stichwahl. Das Ergebnis zeichnete schon damals das Bild einer gespaltenen Gesellschaft: Fujimori unterlag mit 48,6 Prozent nur knapp. Noch knapper kam es dann 2016 und 2021, wo sie jeweils mit 49,9 Prozent verlor. Erst jetzt wendete sich das Blatt: Fujimori gewann – mit etwa 50,1 Prozent.

Gegen den Vorwurf, sie wolle nur Präsidentin werden, um ihren 2005 doch noch verhafteten Vater begnadigen zu können, musste die verheiratete Mutter zweier Töchter nicht mehr ankämpfen: Alberto Fujimori starb 2024 an Krebs. Keiko tritt nun sein Erbe an – mit dem Versprechen, hart gegen Kriminalität und irreguläre Migration durchzugreifen. (Gerald Schubert, 30.6.2026)

Wahlbehörde erklärt Fujimori zur Siegerin der Präsidentenwahl

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