Asha Hedayati: »Sie fühlen sich durch die Trennung um ihre Anspruchshaltung betrogen«
In Stade tötete ein Vater mutmaßlich sechs Menschen wegen eines Sorgerechtsstreits. Dass solche Verfahren eskalieren, sei keine Seltenheit, sagt Anwältin Asha Hedayati.
Sechs Menschen wurden in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade getötet, vermutlich im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit. Die Familienrechtsanwältin Asha Hedayati warnt vor Nachtrennungsgewalt und berichtet von häufigen Konflikten um das Sorgerecht nach Trennungen. Nachtrennungsgewalt umfasst subtile Formen der Gewaltausübung, die oft über die Trennung hinausgehen. Die kulturelle Prägung und der sozioökonomische Hintergrund spielen eine Rolle bei innerfamiliärer Gewalt, die auch in bürgerlichen Familien existiert. Justizministerin Hubig plant, das Umgangsrecht für gewalttätige Elternteile einzuschränken, doch die Umsetzung bleibt eine Herausforderung.
In einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade wurden sechs Menschen getötet. Ein 45 Jahre alter Mann schoss mutmaßlich auf die Mitarbeiter der Einrichtung, vier Personen starben sofort, zwei weitere erlagen ihren Verletzungen. Die Opfer sind vier Frauen und zwei Männer. Das Motiv sei ein »Sorgerechtsstreit« gewesen, sagten die Ermittler. Asha Hedayati ist Familienrechtsanwältin und bildet Sozialarbeiter im Kinder- und Jugendhilferecht aus. Sie sagt: Wir dürfen Nachtrennungsgewalt nicht unterschätzen.
DIE ZEIT: Frau Hedayati, in Stade tötete ein Mann mutmaßlich sechs Mitarbeiter der Jugendhilfe im Kontext eines Sorgerechtsstreits. Wie oft erleben Sie als Familienrechtlerin, dass sich Eltern nach einer Trennung um ihre Kinder streiten?
📌 Kaynak
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