Hunderten Krypto-Unternehmen droht das Ende in der EU – was das für Konsumenten heißt
Ab Juli gelten in der EU strengere Regeln für Kryptodienstleister. Die Branche erwartet eine Marktbereinigung – und ist gespalten über die Ausgestaltung der sogenannten MiCA-Verordnung
Ab Juli gelten in der EU strengere Regeln für Kryptodienstleister. Die Branche erwartet eine Marktbereinigung – und ist gespalten über die Ausgestaltung der sogenannten MiCA-Verordnung
Mit viel Tamtam zelebrierte Kucoin Ende Jänner in der Spanischen Hofreitschule den Handelsstart in Österreich und somit in der EU. Doch auch für eine der größten Kryptobörsen der Welt währt das Vergnügen nur kurz, wenn die mittlerweile sehr strengen regulatorischen Anforderungen nicht erfüllt sind. Wenige Tage nachdem das Unternehmen "live" ging, wie ein Markteintritt im Branchensprech heißt, war es schon wieder vorbei. "Handel und Einzahlungsdienste wurden ausgesetzt. Bleiben Sie dran für Updates", stand Anfang Februar auf der Website. Man muss immer noch dran bleiben, denn es hat sich seither nichts verändert.
Grund für die Probleme ist die sogenannte MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation). Das ist die erste einheitliche EU-Krypto-Regulierung, die festlegt, welche Anforderungen Börsen, Broker und Wallet-Anbieter erfüllen müssen – etwa bei Lizenzen, Transparenz, Verbraucherschutz und Eigenkapital. Ziel sind besserer Konsumentenschutz und europaweit einheitliche Regeln. Die Zulassung und ein Standort in einem EU-Land erlauben es Unternehmen, im gesamten Unionsgebiet zu operieren. Diese Lizenz hat Kucoin grundsätzlich, doch wenn nicht alle Anforderungen erfüllt sind, ist die zuständige Finanzmarktaufsicht (FMA) streng.
Es stehen große Veränderungen an. In Österreich gelten die neuen EU-Vorgaben bereits seit Beginn des Jahres, mit 1. Juli endet nun aber auch die europaweite Übergangsfrist und es werden – zumindest vorübergehend – hunderte Krypto-Firmen aus dem Markt ausscheiden. "Die Einführung der MiCA ist der absolute Lackmustest für die europäische Finanzregulierung", sagt Bitpanda-Chef Lukas Enzersdorfer-Konrad. "Wir stehen vor einer massiven, überfälligen Auslese im Markt. Das Modell funktioniert. Kompromisslose Regulierung und enge Behördenkooperation sind kein Innovationskiller."
Im April hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA eine Verlängerung der Übergangsfrist ausgeschlossen. Bis dato waren in der EU rund 1200 Krypto-Unternehmen registriert, eine Zulassung haben laut CASP-Tracker aktuell aber nur 244 davon – zehn davon in Österreich. Dazu zählen unter anderem Bitpanda, 21bitcoin, Cryptonow, Dadat oder Bybit. Warum CASP? So heißen Unternehmen, die über eine Lizenz verfügen: Crypto-Asset Service Provider, kurz CASP. Wie viele Unternehmen noch auf den Sanctus der FMA warten, gibt die Behörde nicht bekannt. Die "Pipeline ist g
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