Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Von Selbstkritik keine Spur

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Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Von Selbstkritik keine Spur

Die Elbvertiefung am Dienstag – Mit einem Kommentar zu Hamburgs Olympia-Arroganz, 1.500 Freiwilligen für den Michel und den Vorzügen des Angequatschtwerdens in der Bahn

Hamburg sagt Nein zu Olympia: Trotz breiter Unterstützung scheitert die Bewerbung an der Arroganz von Senat und Unternehmen. Die Pro-Olympia-Kampagne, inklusive Udo-Lindenberg-Plakaten, verfehlt ihr Ziel. Die Ablehnung spiegelt soziale Unterschiede wider: Bessergestellte Stadtteile stimmen mehrheitlich für Olympia. Die Politik muss nun gemeinsame Themen vorantreiben und die Kommunikation über Infrastrukturprojekte überdenken. Die Erkenntnis: Das Leben geht weiter, aber die Politik muss aus dem Referendum lernen.

»Das Leben geht weiter«, sagte Peter Tschentscher freundlich lächelnd, als er gestern, am Tag nach dem Olympia-Nein, im Rathaus vor die Presse trat. Katharina Fegebank war ganz in Schwarz gekleidet, Sportsenator Andy Grote blickte ernst drein. Alle drei bemühten sich um die richtige Balance zwischen Enttäuschung und Zuversicht. »Wer solch eine Frage zur Abstimmung stellt, darf sich nicht über die Antwort beklagen«, sagte Tschentscher. Der Senat sehe sich durch das nunmehr zweite verlorene Referendum binnen eines Dreivierteljahres nicht beschädigt, sagte der Bürgermeister. Er fühle sich weiterhin von der Bevölkerung unterstützt. Und Grote setzte hinzu: »Wir wollen doch jetzt nicht in Depression verfallen.«

Nach vorn schauen, das ist nun also die Devise. Manche Idee aus dem Bewerbungskonzept wolle man auch ohne Olympia weiterverfolgen, sagte Grote. Sportangebote für Kinder und Jugendliche sollen ausgebaut werden, auch an den Plänen für ein neues Stadion im Volkspark hält die Stadt fest. Wann und wie die Arena gebaut wird, ist noch offen.

Von Selbstkritik war im Rathaus nichts zu hören. Kein Wort dazu, ob der Ton der Werbekampagne richtig gewählt war. Kein Wort dazu, ob man Sorgen und Einwände einiger Hamburgerinnen und Hamburger womöglich unterschätzt hat. Das hat mich nicht unbedingt überrascht, aber ich hätte mir mehr erhofft. Denn aus etlichen Gesprächen, Recherchen und auch aus Ihren Mails habe ich genau diesen Eindruck gewonnen: Viele Menschen hätten sich keine Hochglanzkampagne gewünscht, sondern eine ehrlichere Debatte auf Augenhöhe. Nicht nur: »Das wird super, vertraut uns mal!« Sondern auch: »Ja, das wird teuer. Ja, das wird kompliziert. Aber wir halten es trotzdem für richtig – und zwar aus diesen Gründen.«

Das Leben geht weiter, das stimmt. Die Frage ist nur, ob die Politik aus diesem Referendum mehr mitnimmt als die Erkenntnis, dass Olympia in Hamburg gerade keine Mehrheit findet. Und wo wir schon beim Thema Kommunikation sind: Spannend wird auch, welche Geschichte der Senat über Infrastrukturprojekte wie den Ausbau des Hauptbahnhof

📌 Kaynak

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