Paritätischer Gesamtverband: Armut in Deutschland nimmt zu
In Deutschland leben laut dem Paritätischen Gesamtverband so viele Menschen in Armut wie noch nie seit 2020. Besonders betroffen sind demnach Alleinerziehende, Alleinlebende und Ältere. Regionale Unterschiede bleiben groß.[ mehr ]
In Deutschland leben laut dem Paritätischen Gesamtverband so viele Menschen in Armut wie seit 2020 nicht mehr. Besonders betroffen sind demnach Alleinerziehende, Alleinlebende und Ältere. Regionale Unterschiede bleiben groß.
Die Armutsquote in Deutschland liegt nach einem neuen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands auf einem neuen Höchststand. Von 2024 zu 2025 stieg dieser Anteil laut dem Armutsbericht um 0,6 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent der Bevölkerung. "13,3 Millionen Menschen leben hierzulande in Armut - betrachtet man allein die relative Einkommensarmut", so der Verband. Diese Zahlen hatte das Statistische Bundesamt im Februar bereits mitgeteilt.
Hauptgeschäftsführer Joachim Rock sprach von einer "krisenhaften Situation" und warnte die Bundesregierung vor Einschnitten bei Sozialleistungen. Zusätzliche Einsparungen würden die Krise verschärfen, sagte Rock im Deutschlandfunk. Es sei besorgniserregend, dass die Armutsquote im zweiten Jahr in Folge erheblich gestiegen sei.
Offiziell gelten die Betroffenen dabei - auf Basis einer Definition der Europäischen Union - als armutsgefährdet. Der Verband unterstreicht nun, dass es einen "einen traurigen Rekord" gegeben habe. In keinem der vorangegangenen Jahre seien so vielen Menschen von Armut betroffen gewesen.
Nach rückläufigen Quoten von 2020 bis 2023 habe es "eine negative Trendwende" gegeben, betont der Verband. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind dabei groß. So gebe es in Bayern und Baden-Württemberg mit ihrer jeweils starken Wirtschaftsstruktur die niedrigsten Betroffenenquoten, mit 12,6 beziehungsweise 13,2 Prozent.
Die höchsten Anteile an Betroffenen gibt es demnach in Bremen (27,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (21,3 Prozent) sowie den Stadtstaaten Hamburg (18,9 Prozent) und Berlin (18,7 Prozent). Besonders betroffen in Westdeutschland seien Regionen wie Trier (21,4 Prozent), Weser-Ems (20,8 Prozent) und Arnsberg (19,6 Prozent), in Ostdeutschland beispielsweise Chemnitz (18,2 Prozent) und Leipzig (17,4 Prozent).
Aufgrund einer veränderten Erhebungsmethodik sowie Anpassungen in der Hochrechnung sind die Ergebnisse von MZ-SILC (Mikrozensus-Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen des Statistischen Bundesamtes) nur eingeschränkt mit Daten aus den Jahren vor 2020 vergleichbar.
Jeder sechste Mensch in Deutschland gilt als armutsgefährdet. mehr
"Der Lebensabend droht zur Armutsfalle zu werden", schreibt der Paritätische Wohlfahrtsverband. Die Situation Älterer sei "angespannt". Den Zahlen zufolge ist fast jede fünfte Person ab 65 Jahren von Armut betroffen beziehungsweise armutsgefährd
📌 Kaynak
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