Lieferengpässe: Jedes sechste Industrieunternehmen berichtet von Materialmangel

📌 Diğer 📰 Zeit Online 🕐 2 gün önce
Lieferengpässe: Jedes sechste Industrieunternehmen berichtet von Materialmangel

Wegen des Irankriegs ist die Versorgung mit Erdöl weiter gestört. Laut ifo Institut ist vor allem die Chemiebranche betroffen. Es drohen Einschränkungen der Produktion.

Industrieunternehmen in Deutschland kämpfen mit zunehmenden Engpässen bei Vorprodukten, so eine Umfrage des ifo Instituts. Besonders Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Materialien leiden unter geopolitischen Spannungen. Der Irankrieg beeinträchtigt die Erdölversorgung und könnte zu Produktionskürzungen führen. Störungen in der Straße von Hormus haben globale Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette. Während die chemische Industrie stark betroffen ist, bleiben konsumnahe Branchen größtenteils verschont. Engpässe werden vor allem in der Elektro- und Kunststoffindustrie sowie bei Nahrungsmittelherstellern gemeldet.

Industrieunternehmen in Deutschland haben laut einer Umfrage des Münchner ifo Instituts zunehmend Probleme, sich mit Vorprodukten zu versorgen. Im Mai berichteten demnach 15,9 Prozent der Betriebe von Engpässen, im April hatte der ⁠Anteil noch bei 13,8 Prozent gelegen. »Die Lieferketten bleiben ​angespannt«, sagte der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. »Vor allem Branchen mit hohem ‌Bedarf an ⁠öl- und energieintensiven Vorprodukten ​spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen.«

Wegen des seit mehr als drei Monaten anhaltenden Irankriegs ist etwa ​die Versorgung mit Erdöl gestört. »Verglichen mit dem langfristigen Durchschnitt vor 2020, der industrieweit bei etwa fünf Prozent liegt, sind diese Zahlen beunruhigend hoch«, sagte Wohlrabe. Es sei durchaus möglich, dass mehrere Unternehmen infolge der Engpässe die Produktion senken müssten.

Rund ein Fünftel ⁠des globalen Ölangebots ​wird über die Straße von Hormus abgewickelt, die seit Wochen ‌vom Iran weitgehend für ‌den Schiffsverkehr blockiert ist. Gerade bei petrochemischen Vorprodukten können ​sich Störungen sehr schnell in der gesamten Wertschöpfungskette bemerkbar machen.

Stark betroffen ist laut ifo Institut vor allem die chemische Industrie: Dort berichten 31,2 Prozent der Unternehmen von Materialmangel. Auch bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bleibe die Lage schwierig, hier stieg der Anteil der Unternehmen auf 23,7 Prozent. In der Elektroindustrie meldet laut Umfrage rund jedes vierte Unternehmen Probleme bei der Materialversorgung. In der Automobilindustrie dagegen liege der Anteil mit 10,0 Prozent vergleichsweise niedrig.

Die konsumnahen Branchen bleiben laut ifo Institut von der Mangellage weitgehend verschont. In der Getränkeindustrie wurden keine Engpässe gemeldet. Bei den Nahrungsmittelherstellern lag der Anteil bei 6,9 Prozent.

📌 Kaynak

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