Missbrauchsnetzwerk: Wie Epstein Frauen in Europa in die Falle lockte
Jeffrey Epstein nutzte systematisch die Modelbranche, um Missbrauchsopfer zu finden. Recherchen von NDR , WDR und SZ zeigen: Mindestens 19 europäische Frauen wurden von mehreren Scouts dem Sexualstraftäter zugeführt.[ mehr ]
Jeffrey Epstein nutzte systematisch die Modelbranche, um Missbrauchsopfer zu finden. Recherchen von NDR, WDR und SZ zeigen: Mindestens 19 europäische Frauen wurden von mehreren Scouts dem Sexualstraftäter zugeführt.
Sie sprachen gezielt junge Frauen an, weckten Hoffnungen auf eine Modelkarriere: Im Auftrag von Jeffrey Epstein rekrutierten offenbar mindestens fünf Personen als vermeintliche Modelscouts in Europa junge Frauen. Einige der Frauen wurden so später mutmaßlich zu Missbrauchsopfern. Durch die Auswertung der vom amerikanischen Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten und weiterer Dokumente konnten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung 19 Europäerinnen namentlich identifizieren, die offenbar über diesen Weg Epstein trafen.
Weitere Dutzende Fälle von Frauen aus Europa und Russland, die mutmaßlich in Epsteins Missbrauchsnetzwerk gerieten, ließen sich aufgrund der Unvollständigkeit der Dokumente nicht ausreichend verifizieren. Es ist daher von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
Die Akten und darauf aufbauende Recherchen zeigen einen immer ähnlichen Weg von Täuschung über Abhängigkeit bis hin zur sexuellen Ausbeutung: Epsteins Modelscouts waren in ganz Europa auf der Suche nach jungen, attraktiven Frauen, die sie gezielt ansprachen und denen sie in Aussicht stellten, als Model erfolgreich werden zu können.
Die Frauen sendeten anschließend Fotos von sich an die Scouts, die diese an Epstein weiterleiteten - häufig unter Angabe von Nationalität und Alter. Gefielen ihm die Fotos, wurde in der Regel ein erstes Kennenlerngespräch über den Online-Dienst Skype oder an einem von Epsteins Wohnsitzen vereinbart.
Auch für Mara (Name geändert) wurde dieses Vorgehen zum Verhängnis. Sie ist eine der Frauen, die NDR, WDR und SZ aufgrund der unzureichenden Schwärzung der Epstein-Akten durch das US-Justizministerium identifizieren konnten. Mara, die ursprünglich aus Osteuropa stammt, berichtet, Mitte der 2000er-Jahre, als sie Anfang 20 war, in einem Nagelstudio in Spanien von einem Mann angesprochen worden zu sein. Sein Name: Daniel S. Er habe ihr Komplimente gemacht, von seinen Verbindungen in der Modelbranche erzählt. "Als ich das hörte, war ich natürlich total begeistert, denn ich wollte schon immer Model werden", erinnert sich Mara.
Mehr als drei Millionen Seiten Dokumente, Tausende Fotos und Videos - so funktioniert die Epstein-Recherche. mehr
Eine Suche in den Epstein-Akten nach dem vollständigen Namen von Daniel S. liefert mehr als 1.800 Treffer. Der schwedische Staatsbürger, der in Frankreich wohnen soll, schickte Epstein zwischen 2005 und 2019 Foto
📌 Kaynak
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