El Niño: Weltwetterorganisation sieht Hinweise auf starkes El-Niño-Ereignis
Die hohen Meerestemperaturen im Pazifik kündigen das Wetterphänomen El Niño an. Das könnte laut Weltwetterorganisation besonders stark ausfallen.
Die Weltwetterorganisation prognostiziert einen möglicherweise starken El Niño, basierend auf hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent für den Beginn zwischen Juni und August und einer Dauer bis mindestens November von rund 90 Prozent warnt die WMO vor den Auswirkungen. El Niño, ein alle zwei bis sieben Jahre auftretendes Wetterphänomen, beeinflusst das Klima weltweit durch Veränderungen der Passatwinde im Pazifik. Während normalerweise warmes Wasser nach Asien und Australien strömt, bleibt es bei El Niño im zentralen und östlichen Pazifik, was zu ungewöhnlichen Wetterereignissen führen kann. Es wird empfohlen, sich auf mögliche Folgen eines starken El Niño vorzubereiten, da die Situation weiter beobachtet wird.
Die Weltwetterorganisation (WMO) hat einen moderaten oder möglicherweise starken El Niño vorhergesagt. Die ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik kündigen demnach das regelmäßig wiederkehrende Wetterphänomen an. »Die Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Beginns zwischen Juni und August liegt inzwischen bei 80 Prozent und für eine Dauer bis mindestens November bei rund 90 Prozent«, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. »Wir müssen uns auf ein möglicherweise starkes El-Niño-Ereignis vorbereiten«.
El Niño ist eine starke Wetterabweichung, die alle zwei bis sieben Jahre natürlich auftritt und das Klima in vielen Regionen der Welt beeinflusst. Normalerweise wehen im Pazifik starke Passatwinde von Ost nach West. Dadurch wird warmes Oberflächenwasser Richtung Asien und Australien gedrückt, während vor Südamerika kühleres Wasser aus der Tiefe nach oben kommt. Bei El Niño passiert etwas anderes: Die Passatwinde werden schwächer oder drehen sich teilweise um. Dadurch bleibt das warme Wasser im zentralen und östlichen Pazifik – also Richtung Südamerika – liegen.
Die Oberflächentemperatur an der Pazifikküste Südamerikas sei zwischen Ende April und Mitte Mai auf das Niveau wie in El-Niño-Jahren gestiegen, berichtete die WMO. Zusätzlich komme ungewöhnlich warmes Wasser aus tieferen Lagen hinzu, dessen Temperatur teils sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt liege.
Ein El Niño verschärft die Folgen des menschengemachten Klimawandels: In Südamerika gibt es oft mehr Regen und Überschwemmungen. In Australien und Indonesien wird es hingegen häufig trockener und heißer. Auch in anderen Teilen der Welt kann das Wetter spürbar beeinflusst werden. Wie stark die Auswirkungen örtlich tatsächlich sein werden, ist aber schwer zu prognostizieren.
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