Jeffrey Epstein: Jeffrey Epstein soll Missbrauchsopfer über Modelagenten gefunden haben
Junge Europäerinnen wurden einem Medienbericht zufolge von Mittelsmännern Jeffrey Epsteins aktiv angeworben. Ihnen wurde demnach eine Modelkarriere versprochen.
Mehrere vermeintliche Modelscouts in Europa suchten im Auftrag von Jeffrey Epstein nach Missbrauchsopfern, so Recherchen von NDR, WDR und SZ. Die Scouts sprachen gezielt junge Frauen an und versprachen eine Modelkarriere, um sie dann an Epstein weiterzuleiten. Kriterien für potenzielle Opfer waren jung, weiß, ohne Tattoos oder Piercings und dünn. Epstein soll über Jahre mehr als 1.000 Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben, teilweise auch an Prominente weitervermittelt. Sein Tod in der Gefängniszelle und seine Verbindungen zu Prominenten wie Bill Clinton und Bill Gates sorgen für Spekulationen und öffentliches Interesse. Trotz Trumps Versprechen, den Fall aufzuklären, wurden nur unzureichend Informationen veröffentlicht, was Kritik auch aus seiner eigenen Anhängerschaft hervorrief.
Im Auftrag von Jeffrey Epstein sollen mehrere vermeintliche Modelscouts in Europa Missbrauchsopfer gesucht haben. Das geht aus Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) hervor. Durch die Auswertung der vom US-amerikanischen Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten und weiterer Dokumente konnte der Rechercheverbund eigenen Angaben zufolge 19 Europäerinnen namentlich identifizieren, die Epstein offenbar über diesen Weg getroffen haben. Zudem sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
Die Masche funktionierte den Recherchen zufolge immer ähnlich: Die vermeintlichen Scouts sprachen demnach in ganz Europa junge, attraktive Frauen gezielt an und stellten ihnen eine Modelkarriere in Aussicht. Die Frauen sendeten den Medien zufolge anschließend Fotos von sich an die Scouts, die diese an Epstein weiterleiteten – häufig unter Angabe von Nationalität und Alter.
Einer der Scouts soll demnach Epstein zwischen 2005 und 2019 Fotos von mindestens 52 verschiedenen Frauen geschickt haben. Hätten Epstein die Fotos gefallen, sei in der Regel ein Kennenlerngespräch über Skype oder an einem von Epsteins Wohnsitzen vereinbart worden, berichteten WDR, NDR und SZ. Dann habe der Missbrauch begonnen.
Wie die SZ schreibt, sind manche Frauen später »aussortiert« worden, wenn sie Epstein nicht mehr genügten oder ihm zu alt wurden. Andere hingegen seien jahrelang in seiner Gunst verblieben, indem sie ihm ihrerseits weitere Frauen »lieferten«. Seine Kriterien seien gewesen: jung, weiß, nicht tätowiert, keine Piercings, dünn, möglichst jugendlicher Körperbau. Daran habe sich auch nichts geändert, nachdem Epstein 2008 in Florida wegen Anstiftung zur Prostitution zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden war.
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