Piusbrüder provozieren neue Kirchenspaltung
Mit der vom Vatikan nicht autorisierten Weihung von vier neuen Bischöfen geht die ultrakonservative katholische Pius-Bruderschaft einmal mehr auf Konfrontationskurs mit Rom
Mit der vom Vatikan nicht autorisierten Weihung von vier neuen Bischöfen geht die ultrakonservative katholische Pius-Bruderschaft einmal mehr auf Konfrontationskurs mit Rom
Zwei Tage vor den Bischofsweihen hat Papst Leo XIV. dem Generaloberen der Gemeinschaft, Davide Pagliarani, noch einmal einen Brief geschrieben, in welchem er diesen eindringlich bat, von den geplanten Bischofsweihen abzusehen. "Ich ermahne euch, das geistliche Wohl der Gläubigen sorgfältig zu bedenken, weil der schismatische Akt, den ihr begehen würdet, sie des erlaubten und in manchen Fällen auch des gültigen Empfangs der Sakramente berauben würde, welche sie lieben und zu ihrer Heiligung suchen", schrieb das 70-jährige Kirchenoberhaupt. Das "Zerreißen des nahtlosen Gewandes Christi", fügte Leo XIV. an, wäre "eine äußerst schwere Sünde".
Das Schreiben hat erwartungsgemäße nichts gefruchtet: In einer großen Zeremonie in der kleinen Walliser Gemeinde Ecône in der Schweiz hat die reaktionäre Bruderschaft am Mittwoch vor tausenden Anhängern wie angekündigt vier neue Bischöfe geweiht – einen Schweizer, zwei Franzosen und einen Amerikaner. "Wir sind bereit, jeden Preis für die Rettung der Kirche zu bezahlen", rief Pagliarani in die Menge. Gemäß Kirchenrecht führt eine vom Papst nicht genehmigte Bischofsweihe zur automatischen Exkommunikation, wie der Präfekt des Dikasteriums für Glaubensfragen, Kardinal Víctor Manuel Fernández, im Mai in einer letzten Warnung in Erinnerung rief. Faktisch bedeutet dies: Die Priesterbruderschaft St. Pius X., wie sich die Gemeinschaft offiziell nennt, hat eine Kirchenspaltung (Schisma) provoziert.
Es ist nicht die erste. Im Jahr 1988 hatte die Bruderschaft schon einmal vier Bischöfe ohne das Einverständnis des Papstes geweiht, ebenfalls in Ecône, worauf Papst Johannes Paul II. die Betroffenen wegen schismatischen Handelns exkommunizierte. Im Jahr 2009 hatte dann der selber ebenfalls sehr konservative Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation als Zeichen des guten Willens und des Dialogs wieder aufgehoben – was er aber besser unterlassen hätte: Kurz darauf stellte sich heraus, dass einer der rehabilitierten Bischöfe, der inzwischen verstorbene Brite Richard Williamson, ein notorischer Holocaust-Leugner und Judenhasser war. Für den deutschen Pontifex geriet die Angelegenheit zum PR-Desaster; er musste sich in einem Brief öffentlich erklären.
Dass sich unter den Piusbrüdern Holocaustleugner und Antisemiten tummeln, wäre für Benedikt XVI. einfach herauszufinden gewesen: Die Gemeinschaft war vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre im Jahr 1970 als Antwort a
📌 Kaynak
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